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Erster Band
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Die Menschwerdung Wischnu's wird in diesem Gedichte mit ei-ner wahrhaft göttlichen Erhabenheit dargestellt. Krisna erscheintauf der Erde eines Opfers wegen, das er allein darbringen kann,er unterwirft sich allen Schwächen und Leiben, um die Herrschaftdes Bösen zu stürzen und sich als Muster für die Menschheit auf-zustellen. Und doch verlangt er als würdiger Stellvertreter des er-habenen Wesens, welches ihn gesandt, gerecht, gütig, barmherziggleich ihm, von feinen Anhängern nichts mehr als Glaube und Liebe,den Wunsch, mit ihm eins zu werden, die Verachtung der irdischenDinge, die Selbstverläugnung. Wir vermögen uns keine bessere An-schauung von dieser großartigen Dichtung, welche nicht weniger als250 Millionen Verse hat, zu verschaffen als durch eine nähere Be-trachtung einiger der daraus veröffentlichten und übersetzten Episo-den. Wir sprachen bereitsvonBagavad-Gita. Eine andere ist derNalo, dessen Inhalt folgender*): Als die beim Spiele besiegtenPandos sich in einen Wald zurückzogen, erzählte ihnen, um sie zutrösten, derweiseVriasdaseo ein dem ihrigen ähnliches Abenthener.Nalo, König von Nisa, entbrannte in Liebe, weil der Ruf so vie-les von ihr zu rühmen müßte, zu Damianti, der Tochter Bi-m o's, König von Nidarba. Ein goldgcflügelter Schwan erbietetsich ihm zum Liebesboten und er sendet ihn zu Damianti. DieVogel, voller Freude, fliegen fort gen Nidarba, der stolzen Stadt.Sie lasten sich nieder zu den Füßen Damianti'S, die mit ihrenDienerinnen auf den Teppichen ihres Palastes sitzt. Sie ist erstauntüber deren Erscheinung, bewundert ihre schöne Gestalt, ihr glänzen-des Gefieder, und ihre jungen Gefährtinnen verfolgen in übermüthi-gem Spiel die goldgeflügelten Vögel rings um die Säulen. IhreFüße gleiten schnell hin über den Marmor, allein die Vögel zer-streuen sich und derjenige, den Damianti bis in den Wald verfolgte,redet sie, da er sich allein mit ihr sieht, folgendermaßen in der Spracheder Menschen an: Damianti! Ein edler König herrscht in Ni-sa, unvergleichlich unter den Sterblichen, schön gleich dem Zwil-lingspar Asuini s, Gott unter menschlicher Hülle! Nähmest du ihnzum Gatten, reizendste der Königstöchter, würden deine Kinderihrem Vater und dir gleich schön und edel sein. Wir haben die Göt-ter und die Gondarn's, die Menschen, die Schlangen und die Ris-cis gesehen, nichts aber ist mit Nalo zu vergleichen. Reizendste

*) Zn deutsche Verse von Kosegartcn 1820. Rücken 1828, m's Lateinischevon Bovp 1838, ins Englische von Mit man 1835 übersetzt.