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Erster Band
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der Strom sich in viele Zweige gespalten und von seiner Mündungan eine Strecke von wenigstens 1000 Stunden durchflossen hat.

Das Land zwischen Siene und Chemnis heißt Oberegypten undenthält Theben oder Diospolis; zwischen Chemnis und Chercasoroliegt Mittelegypten oder Heptanomien mit Memphis; Niederegyptenliegt zwischen den beiden Nilarmen und wird wegen seiner Aehnlich-keit mit dem griechischen ^ das Delta genannt.

Egypten ist demnach nichts anders als das von Wüsten ein-geschlossene Nilthal; und wie jene würde es öde und unfruchtbarseyn ohne die Ucberschwemmungen des Flusses. Dieser gräbt sichkeineswegs ein tiefes Bett, sondern durchströmt vielmehr ein leichtconvereö Thal, so daß er leicht über seine Ufer tritt und die anlie-gende Gegend überschwemmt. Beim Sommersolstitium schwellendie periodischen Regen in den tropischen Gebirgen, wo er entspringt,den Fluß an, welcher alsdann Egypten überschwemmt

Er steigt bis zum Eintritt des Herbstsolstitiums, wo er wiederlangsam zurücktritt, einen fruchtbaren Schlamm zurücklassend, in demman nur zu säen braucht, um die reichlichsten Erndten zu gewin-nen **). Gleicht demnach während des Sommers das Land einemMeer, aus dessen röthlichem, trübem Gewässer die Kuppeln der Ge-

Zufolge den Soldaten des Generals Bonaparte regnete es zu Kaironiemals, zu Alerandrien sehr selten; der Herzog von Ragusa, welchervom November 1798 bis zum August 1799 in dieser letztem StadtCommandant war, sah daselbst nur ein einziges Mal einen halbstündigenRegen. Jetzt regnet es daselbst während des Winters 30—40 Tageund oft noch länger; in Kairo 15—20 Tage. Man glaubt, die vonMahomed Ali angelegten vielen Pflanzungen seyen hievon die Ursache;nur allein um Kairo ließ er 20,000 Bäume pflanzen. In Thebenversicherte ein 122jähriger Greis dem Herzoge von Ragusa, daß es inseiner Jugend in Oberegypten oft geregnet habe, und daß damals diedas Nilthal bildenden lybischen und arabischen Gebirge Bäume und Ge-sträuche ernährten. Nach der Ausrottung dieser Bäume hörte jedochder Regen auf, und die Weiden vertrockneten. Paris. Akademie der Wis-enschaften. Sitzung vom 29. Febr. 1836.

*") Die Feste, welche beim Anwachsen des Nils gefeiert werden, find im14. Briefe des zweiten Theils von Savary sehr malerisch beschrieben.Im Mittel enthält der Nil beim höchsten Wafferstand 9 mal mehrWasser als beim niedrigsten: während er im erstem Fall 782 kubischeMeter Wasser in einer Sekunde ins Meer ergießt, ergießt er im letztemFalle deren 6524. Nach andern Berechnungen strömt beim höchstenStande 20 mal mehr Wasser im Nil, als beim niedrigsten.

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