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Erster Band
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dem Seite verhinderten. Im Uebrigen veranlaßte sie ihre Religionzu sonderbaren Gebräuchen; sie aßen nichts aus Waizen Bereitetesund backten ihr Brod aus Olyra, einer Art Roggen*); gewisseThiere, besonders Schweine, mieden sie als unrein. Ein römischerSoldat, der zufällig eine Katze getödtet hatte, ward vom wüthendenVolke erschlagen, trotz der Verwendung des Königs und dem ge-fürchteten Ansehen Rom's. Man sagt, Cambyses habe vor seinHeer eine Reihe heiliger Thiere aufgestellt und die Egypter hättensich in die Flucht schlagen lassen, um keines dieser Thiere zu tödten.Unter Hadrian gerieth Alerandrien in die größte Verwirrung, weilman keinen Apis fand. Bei den Festen der Isis schlugen sich Män-ner und Weiber und begingen Obscönitäten aller Art. Man drängtesich um die Orakel der zu Göttern erhobenen Thiere und es unter-liegt fast keinem Zweifel, daß man ihnen Menschenopfer darbrachte.

Die egyptische Religion ist demnach ein solches Gemisch desErhabensten und des Verwerflichsten, daß eS fast unmöglich scheinensollte, selbe in ein vollkommen geordnetes System zu bringen. Unddoch muß dies wohl den Priestern gelungen sein, weil die religiösenInstitutionen so tiefe Wurzeln schlugen. Zweimal überzogen diePerser Egppten mit Krieg; der Despotismus der Griechen währte -daselbst drei Jahrhunderte lang, worauf die römische Verwaltungfolgte, und nichtsdestoweniger widerstanden die Egypter dem fremdenEinfluß. Selbst als sie ihre nationale Unabhängigkeit einbüßten,triumphirten sie durch die Religion, denn nicht nur erhielten sie ihreAltäre und Götter unverletzt, sondern dehnten sogar über die Siegerdie geheimnißvolle geistige Herrschaft aus. Die Ptolomäer und dierömischen Kaiser verehrten nicht minder, wie einst die Pharaone, denKönig Osiris und den Priester Hermes, errichteten ihrer GöttlichkeitTempel und Obelisken und rühmten sich ihrer Verwandtschaft inpomphaften Titeln; die griechische und römische Sprache wetteifertemit den Hieroglyphen im Ausdruck der Verehrung dieser Gottheiten.

So glaubt GalenuS. Andere meinten, der Olyra sey der Reis; in-dessen ward wahrscheinlich diese Gctreideart, welche jetzt das Hauptprodnktdes Landes ist, erst unter den Kalifen an« Indien eingeführt.

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