Band 
Vierter Band.
JPEG-Download
 

13

ten noch in Obersyrien, wo vermittelst scharfsinnig angelegter mecha-nischer Vorrichtungen der Orontes Fruchtbarkeit verbreitete. Antiochiawetteifert in Pracht mit Rom und Alerandria, lockt seine wollüstigenBewohner in die Theater, den Circus» die üppigen Bootete Daph-ne's bis zum Tage, wo der Sitz des heiligen Petrus und das Grabdes heiligen Barnabas die gesunkene Stadt regeneriren. Laodiceabrüstet sich mit seinem Hafen und seinen Weinbergen; das Gebietvon Apamea vermag ein Heer zu ernähren. Palmyra gedeiht unterseinen Palmen, in deren Schatten an klaren Bächen die Karawanenrasten. In seiner Nähe erhebt sich jedoch Beröa, sonst auch Chalebund Chalydon (Aleppo), welches der Erbe seines Wohlstandeswird.

Im Libanon und Anti-Libanon, von Cedern gekrönt, die in die-sem glühend heißen Lande vom Schnee beschützt werden, wohnten dieJturäer (Drusen); am Fuße dieser Gebirge blühten Damask undBalbek. Der Purpur von Tyros, das Glas von Sydon erinnertenan den uralten Handel Phöniziens. Die Wissenschaften wurden ge-pflegt zu Gaza, Askalon, Berytos und Heliopolis, in welchen Städ-ten auch Handel und üppiger Lebensgenuß heimisch waren. Galiläaund Judäa konnten ihrer staatlichen Selbstständigkeit, doch nicht ihrerKultur und Industrie beraubt werden und die erduldeten Leiden nähr-ten in den Bewohnern dieser Länder die Hoffnung auf den verheiße-nen Erlöser.

Diese Gegenden wurden periodisch von den Einfällen der Ara-ber heimgesucht, welches Volk aus vielen Stämmen bestand, vondenen wenige feste Wohnsitze hatten, während die meisten in denSandsteppen zwischen Syrien und dem Euphrat einer-, dem rothenMeer anderseits umherwanderten. Araber brachten die Waaren Jn-dien's und Afrika's, Weihrauch, Myrrhen und Balsam aus eigenemLande nach den syrischen und egyptischcn Märkten. War auch dieUnternehmung des Gallus für die Römer von keinem Nutzen^ soverschaffte sie doch einige Nachrichten über dieses Volk, welches seinewilde Unabhängigkeit vor den Besiegern so vieler andern Nationenschützte, und das 6 Jahrhunderte später seinen Gesetzen und seinemGlauben eine halbe Welt unterwarf. Die Stämme wurden patri-archalisch von Scheiks regiert, die eifersüchtig über die Erhaltungder Freiheit wachten. Ohne festen Wohnsitz, ohne dauernde Ehen,brachte ihnen das Weib als Morgengabe em Zelt und eine Lanze.Weder Brod noch Wein kennend, trugen sie einen Turban, weileStiefel und unter einem großen Mantel einen Gürtel von leichtem