Band 
Fünfter Band.
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ich endlich: Zu welcher Zeit entstandet ihr? Und alle ertheiltenmir die Antwort: In den Zeiten städtischer Freiheit. Unter demEindrucke ihrer jetzigen trostlosen Einsamkeit gefiel ich mir in derErinnerung an jene Kirchcnhirten/ welche den entfernten Fürstenbedeuteten/ mit Gerechtigkeit zu regieren oder den Thron zu ver-lassen/ an jene ConsulN/ die mit den Königen von Frankreich undden Kaisern von Deutschland wie ihres Gleichen verfuhren; anjene GlaubenSboten/ die zuerst nach China zogen/ den wandern-den Tartarenstädten folgten und die Wilden mit der Gesittungvertraut machten; an jene Bürger/ welche so viele Hindernisseüberwältigten und die Lösung der wichtigsten sozialen Aufgabenvorbereiteten. In den verödeten Rheden unserer Seestädte/ woman jetzt nur einige Fischerbarken sieht/ dachte ich mir die Hun-derte von Schiffen/ welche hinzogen und Kolonien bildeten zuCassa und am Don/ zu Constanrinopel und im baltischen Meere;ich sah sie/ diese kühnen Seefahrer/ wie sie überall ihr Seegesetzeinführe»/ der Welt das Beispiel wieder vorführend von HandelS-thätigkeit und der Erlangung von Reichthümern durch andereMittel/ als die römische Habsucht anwandte. Ich erblickte dieGesandten der größten Mächte/ wie sie in St. MareuS um denBeistand des venetianischen Löwen flehen und zu Thränen gerührtwerden/ weil ein Doge sich an die Spitze von Europa stellt/ umAsien abzuweisen. Ich betrachtete die Millionen von Pilger»/welche aus den vier Weltgegenden nach der Schwelle der Apostelziehe»/ um mit ehrfurchtsvoller Wißbegierde das wundervolleSchauspiel einer ihnen neuen StaatSkunst und Kultur anzustaunenund in die glücklichere Heimath zu verpflanzen. Zu Pontida er-blickte ich jenes Häuflein von Tapfern/ die eine Hand ihren Brü-dern reichend/ die andere auf ihres Schwertes Griff stützend- dieFreiheit / wie das einzige Mittel sie zu erlange»/ die Einigkeit/lehrend. Ich erinnerte mich/ wie Völker und Fürsten ihre Blickegen Rom richteten/ seinen Rath Behufs ihrer Gesetzgebung/ seinenSchutz gegen Unterdrückung verlange»/ seine unblutigen Waffenfürchte«/ im Namen der Vernunft und Gerechtigkeit die Orakel-sprüche eines in allen Ständen des Volkes und unter allen Na-tionen frei gewählten Senates von Greisen anrufen. Und nach-dem ich/ ein Italiener/ meine Gedanken mit diesen und so vielenandern Dingen beschäftigt hatte/ verlor ich den Muth/ auf dieseZeiten stolz herabzublicken/ mit einem Bannflüche AlleS/ was wirbesaßen/ zu belege«/ den Einfluß zu verkennen / welchen die sich