Band 
Fünfter Band.
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teiltchkeit der Kaiserin ließ Raub/ Kirchenschändung und Mordunbestraft/ während die Opfer desselben die Erbitterung der Grü-nen theilten oder steh in die Wälder und auf die Heerstraßenwarfen/ um sich durch Straßenraub zu rächen. Die Obrigkeiten/welche cS wagten/ die Schuldigen zu verfolge»/ stießen auf schwereHindernisse und mußten ihren Diensteifer oft grausam büßen.

Im fünften Jahre seiner Regierung wohnte Justinian / alsman eben die Jdcn des Januar feierte/ den Spielen des Cir-kus bei: der zweiundzwanzigste Gang (eS waren deren siebenund-zwanzig) hatte eben geendet / ohne daß ein Wort des Lobs oderdes Tadels ausgesprochen worden wäre / da erhob sich plötzlichwildes Toben uud die Grünen rufen: Wir Unglückliche! mauunterdrückt nnS/ so unschuldig wir auch sind/ man verfolgt unsereNamen und unsere Farbe so sehr/ daß wir nicht wage«/ an denRennen Theil zu nehmen. Alle Gerechtigkeit wird uns verweigert.Wir sind zum Tode bereit/ o Kaiser! aber für deinen Dienst unddurch deinen Befehl! Der Kaiser suchte sie durch Ermahnungen zuberuhigen, aber sie / um so aufgebrachter / antworteten ihm mirBeleidigungen: Der Zorn ergreift auch die Blauen und es kommtzum Handgemenge. Die tobenden Rotten verbreiten sich über dieStadt: die Gefängnisse werden geöffnet/ in den Palast des Prä-sekten wird Feuer gelegt; die aus Barbaren gebildete Leibwache/welche die Geistliche«/ die zur Besänftigung herbeigeeilt waren/nicht geachtet hatte/ wird zurückgedrängt. Bald schlägt man sichauf allen Seiten und in der Wuth bedient man sich aller Gegekl-stände/ deren man habhaft werden konnte/ als Waffen; die mör-dorischen Flammen erheben sich von verschiedenen Stadttheilen/und der Ruf: ksiüü! Sieg! war das Losungswort zu einemBlutbad«/ welches Bpzanz fünf Tage lang besudelte.

AlS die Leidenschaften hierauf ausgetobt hatten / vereinigtensich die Blauen und die Grünen zu bittern Klagen über die Re-gierung des Justinian; dieser wurde genöthigt/ den Quästor/berühmten Juristen und Gelderprcsser Tribonian und den Prä-fekten Johann von Kappadokien zu entlassen; als aber trotzder Entfernung der verhaßten Minister das Volk sich nicht beru-higen wollt«/ schloß sich Justinian in die Burg ein. Er dachtesogar an eine Flucht mit seiner Familie und seinen Schätzen;allein Theodor» hielt ihn zurück und zeigte Muth in einemAugenblick , wo ihn Jeder verloren hatte. „Der kaiserliche Pa-