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gründete zu Gondisapor eine Akademie der Dichtkunst/ WcltweiS-heil und Redekunst/ ließ die Annalen der persischen Ration ord-nen und die berühmresten Autoren Griechenlands und Indiensübersetzen. In letzteres Land schickte er blos zu dem Zwecke/ dieFabeln von Bilpay/ welcher seine LandSleure das Schachspiellehrte/ zu hole»/ den Arzt PerosuS. Die fremden Gelehrtenüberhäufte er mir Gunstbezeugungen und Wohlwollen. Unter sei-ner Leitung ließ er die Gelehrren Versammlungen abhalte»/ undals man in einer derselben die Frage auswarf/ welches die un-glücklichste Lage sei/ so antwortete ein griechischer Philosoph: dasGreisenalter in Armuth; ein Jndicr: die Niedergeschlagenheit desGeisteS/ begleitet von heftigen Schmerzen; aber Buzurge Mi-hir/ erster Minister des Königö/ sagte: //Der unglücklichste Menschist derjenige/ welcher sein Lebensende herannahen sieht/ ohne dieTugend geübt zu haben."
Er brachte den Feuerdienst.wieder zu Ehren/ und verfolgtedie Andersgläubigen/ obschon er in der Folge die verschiedenenNeligionslehren einer Prüfung unterwarf. Die Lehren Muzdak'Sduldete er nicht und stellte die von denselben bereits sehr gefähr-deten Grundlagen der Gesellschaft wieder her.
In der ersten Zeit seiner Regierung war ihm der Friedenothwendig/ um seine schwankende Macht zu befestigen; er nahmdaher die Vorschläge Justinian's an/ welche dieser mit seinererhabenen Stellung unwürdigen Schmeicheleien begleitete. DieBelagerung von MartvropoliS wurde sofort aufgehoben und einemWaffenstillstand folgte ein Friede auf ewige Zeiten unter der Be-dingung/ daß der Kaiser dem König der Könige 1000 Pfd. Goldbezahle und daß jeder von ihnen die Städte behalten dürfe / dieer während deö KriegS genommen hatte. Juftinian wünschteeben/ wegen seiner Pläne auf Afrika / um jeden Preis den Pcr-serkrieg ;n beenden. Jedenfalls aber beweist dieser Vertrag/ daßdie Perser ihre alte Tapferkeit und Kriegskunst wieder erlangthatten; denn obgleich die byzantinischen Geschichtschreiber jedenSieg ihrer Feinde ihrer überlegenen Zahl zuschreibe«/ so stehtdoch immer die Thatsache fest/ daß die Perser den Kaisern Tri-but auferlegten. So oft diese schwach oder mit andern Feindenbeschäftigt waren/ zahlten sie regelmäßig; sobald aber kriegerischeFürsten auf dem Kaiserthrone saßen/ wurde der Tribut verweigert/und der Krieg begann von Neuem. Dasselbe war der Fall/ so-bald ehrgeizige oder habsüchtige Schachs an die Regierung kamen;