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an die Küsten hin niederzulassen. Belisar hatte ste zwar imZaum gehalten und sich die Söhne ihrer Häuptlinge zu Geiselngeben lassen; seine Schiffe waren jedoch kaum in See/ als er dieFlammen der Feuersbrünste, welche sie auf dem neu erobertenGebiete anzündeten, bemerkte. Der Eunuche Salomo, dem erden Oberbefehl übertragen hatte, besiegte sie, verfolgte sie bis inihre unzugänglichsten Zufluchtsorte und wußte sie mehrere Jahrelang im Zaum zu halten. Aber diese Horden, welche damals wieheute die furchtbarste Geisel der Kultur in Afrika waren, hattenbald jede Anpflanzung, jeden festen Wohnplatz zerstört, so daß diesogenannte afrikanische Provinz am Ende der Regierung Justi-nianS an Umfang kaum den dritten Theil der italienischen betrug.
Die besondere Plage dieses Zeitraums waren die beständigvon den Donatisten und Arianern angestifteten Unruhen und dieErpressungen des FiskuS. Kaum hatte nämlich Belisar ein Landwieder erobert, als der Kaiser, dem cö bei der Befreiung Afrika'Sund Italiens nicht um den Nutzen, sondern um Befriedigung sei-nes Ehrgeizes und seiner Habsucht zu thun war, es durch seineSteuern aussaugen ließ und die Güter wiedernahm, welche früherzum Kammergut gehört hatten. In Afrika erstreckte sich dieseGerechtsame auf den größten und fruchtbarsten Gebietstheil. Da-her die Unzufriedenheit, die Empörungen, grausame Unterdrückun-gen und Morde, lauter Dinge, die endlich die Vernichtung derKultur, welche zweimal in diesen Ländern aufgeblüht war, her-beiführten. Dazu wurde Afrika meist von elenden Höflingen undEunuchen verwaltet, so daß es in immer größeres Elend versank.Es ist, als ob ein Fluch auf diesen einst so blühenden Gegenden,wo einst ein Cyprian, ein AugustinuS geathmet, lastete.
Belisar unterwarf dem Reiche auch die Inseln dcS Mittel-meeres ; aber die Einnahme SicilicnS veranlaßte einen Krieg mitden Gothen (534—554), welcher Belisar neue Lorbeeren undneue Undankbarkeit brachte.
Zweiter persischer Krieg.
Die Macht Justinians, der nun Herr von Sicilien, Afrikaund Italien geworden war, erregte das Mißtrauen ChoSroeNushirvanS; um so mehr, alS Ditiges, der König der Gothen,und die armenischen Fürsten zu ihm schickten und ihm sagen ließen:Justinian strebe nach der Weltherrschaft. - Sobald er die an-dern Nationen eine nach der andern unterjocht aben werde, würde