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Die Gedenkfeier der Verstorbenen (Aller Seelen) führte derheil. Odilo, Abt v. Cluny (H1040), Anfangs deS eilften Jahr-hunderts ein, Aller-Heiligen aber Papst BonifaciuS IV, alsihm Anfangs des stebenten Jahrhunderts Kaiser Phokas dasPantheon einräumte, welches er der heiligen Maria und allenMärtyrern weihte. ES war ein sinniger Gedanke, den Jahrestagder Heiligen auf ihren Todestag, als den, wo sie zum wahrhaftenLeben geboren worden, zu verlegen * *). Urjprünglich hießen alleChristen heilig, später ward diese Bezeichnung nur den Bischöfenbeigelegt, sodann legte man sie nur den frömmsten und wohlthä-tigsten Personen bei. Da jedoch auö solcher Willkür Irrungenund Mißbräuche erwachsen konnten, ward angeordnet, daß ohneeine von der Kirche vorgenommene regelmäßige UntersuchungNiemand heilig gesprochen werden dürfe.
Canonisarion.
Der erste in dieser Weise Canonisirte war der heil. Uterich,Bischof v. Augsburg, den Papst Johann XVI im I. 093, zehnJahre nach seinem Tode, der Ehre der Altäre würdig erklärte.Papst Alexander III behielt später, als er den K. Eduardcanonisirte, das Recht der Heiligsprechung ausschließlich dem heil.Stuhle vor.
Den höchsten Festen, wie Ostern, Pfingsten, Weihnachten,Epiphania, gingen Nachtwachen voraus, bei welchen man dieganze Nacht im Gebet und Gesang zubrachte; da diese Vigilienjedoch Anlaß zu Aergernissen gaben, hob man sie auf. Von derapostolischen Zeit an waren gewisse Tagesstunden vorzugsweisezum Gebete bestimmt, und die apostol. Conftitutionen schriebensechsmal des TageS Gebet vor. Daö Psalmensingen war den er-sten Christen die süßeste Freude; eS geschah, nach Jsidorus **),mit einem so geringen Tonwechsel, daß eö weniger ein Gesang,als ein harmonischer Redevortrag war. Gregor d. Gr. für
und sehr viele Kirchen sind ihr im Morgenlande geweiht, namentlich inKlöstern.
*) Nnr des heil. Joannes des Täufers GebiirtSftst ward bis zur Zeitdes heil. Augnstinus gefeiert. Anfangs feierte jede Kirche blos dasAndenken an ihre eigenen Märtyrer, und nur das Fest des heil. Stepha-nus ward in allen gefeiert. Constantin verordnete, die Martyrertagezu heiligen gleich dem Sonntage.
**) ve olk. Lvelosiae I, 5.