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Pelagius I. 555.
Da VigiliuS/ auf der Rückreise nach Rom/ am 8. Jan.555 starb/ wurde ihm Pelagius zum Nachfolger gegeben/ zwareher aus Gefügigkeit gegen den Kaiser/ als auS freier Wahl des
Papst VigiliuS neu- Vorschläge, und um endlich loszukommen sammtseinen drei Diakonen, beugte er sich ohne Zweifel und gestand nachgedrungenmanches zn, aber bedingnißweise, und gewiß nicht alles oben Erwähnte,»der überhaupt nicht so viel als der Kaiser wollte ; dieser hätte es sonstsicherlich authentisch voll Frohlocken der ganzen Welt bekannt gegeben, , ,,Die Leiche des Märtyrers (man darf den auch von befangenen Katho-liken Geschmähten wohl so nennen, da Gregor d. Gr,, welcher den Vigilius noch von Person kannte, seinen apostol. Hcldenniuth hoch ange-rühmt hat) ward ngch Rom gebracht und in der Kirche des heil. Mar-cellns am salarinischcn Thor der Gruft übergeben. Wer ihm Charak-terstärke abspricht, versuche es, wie er 7 Jahre lang Stürme der verschie-densten Art zn bestehen. Uebrigens sind die Akte und Berichte über ihnund das s. g, ökuinen, Conzil zn verdächtig und zn unvollständig, alsdaß es rhunlich wäre, auf sie ein hinreichend begründetes Urtheil zu banen.Ausgemacht bleibt nur und sonnenklar, daß Jnstiniau und sein schlech-tes Hofgesinde sammt uucanonisch creirten Bischöfen, die von Anwendungder Kirchengesetze ihre Deposirion zn erwarten hatten, weder Ränke nochGewaltthaten sparten, um den gewissenhaften, wahrhaft apostol, Ober-hirten zn falschen Schritten zn verleiten. Hieven sind die voin Conzil ge-faßten Beschlüsse, so weit wir sie kennen, wohl zu unterscheiden. DenUebergriff abgerechnet, daß man nicht blos irrige, in Schriften gefundeneLehrsätze, sondern selbst die angeblichen, bereits im Frieden der Kirchegestorbenen Bcrsasser, denen es unmöglich war, sich zu vertheidigen, mitdem Fluch belegte, als seien sie formelle Ketzer gewesen, konnte der Papstdie Verhandlungen und Entscheidungen nach der Hand allerdings gut-heißen; man war dem katholischen Glauben nicht zn nahe getreten, son-dern hatte eher zu übertrieben für ihn geeifert, nach dem üblichen Brancheder Griechen, sich gewaltig mit der Orthodoxie nnd deut Festhalten an denhochheiligen allgemeinen Conzilien zn brüsten. Es ist mehr als wahr-scheinlich, daß jenes beispiellose Erdbeben, welches v, 15, Juli bis 25. Aug.55-t anhielt, einen Theil ConstantinopelS umkehrte, Nikomedia, Eos undandere Orte völlig zerstörte, auch das Gewissen des alten Jnstiniauerschüttert hat. VigiliuS, der heilige Dulder, fand regere Theilnahme,die Frommen sahen das Erdbeben als eine von der zürnenden Gottheit ver-hängte Züchtigung an, nnd so warv sträubend die Erlaubniß ertheilt, daßder Papst sich einschiffen dürfe, ein Fingerzeig, nicht zu denken, diese seidurch Alles einräumende Nachgiebigkeit erkauft worden. Doch machte mau,indem er schnell starb, mit Erfolg der Welt vor, VigiliuS habe schwachnachgegeben und Alles, was man wollte, eingegangen, wcßhalb das Abend-