Band 
Fünfter Band.
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auf Juftinian wurden Aristoteles und Plato zu Athen, amSitze der Bildung jener Zeit, öffentlich gelehrt, während Gram-matiker und Rhetoren daselbst Beredsamkeit und philosophischeBegriffe feilboten. Bcrythos war wegen seiner Rechtsschulen be-rühmt, Edessa wegen seiner grammatischen, rhetorischen, philoso-phischen, medizinischen Schulen; da man daselbst griechisch undsyrisch sprach, wurden diese Schulen aus dem Orient fleißig be-sucht. In Antiochia bestand die höchste Verweichlichung wie diestrengste Kasteiung neben einander; während im Innern eineMenge litterarischer Müßiggänger die Pfeile ihrer Epigrammegegen Philosophen und Könige abschössen, war die Umgegendvoller Anachoreten. Alle Sekten messen sich, ohne sich zu be-kämpfen; LibaniuS verfaßt ungestört seine Lobrede auf denApostaten, und hofft, den Götterdienst wieder aufleben zu sehen,während ChrysostomuS ungeheure Leiuwandzelte aufschlagenläßt, um die unabsehbare Menge, welche mit Enthusiasmus vonaller Gluth deS Glaubens durchlebten Vortrügen lauscht, vor demSonnenbrände zu schützen. DaS minder duldsame Alexandrien,in welchem wissenschaftliche Zurückgezogenheit und politische Be-wegung sich seltsam mischen, sieht seine gewerbfleißigen Bürgeran den asketischen Streitigkeiten lebhaften Antheil nehmen; Ju-den, Katholiken, Donatisten, Anbeter von Serapiö verfolgen sichdaselbst mit Stcinwürfcn und dem Schwerte, und nehmen nichtselten die Brandfackel zur Hand, rufen die Verfolgung herbeioder empören sich gegen dieselbe. Indem TheodosiuS die Zer-störung des Serapiötempel befiehlt, vernichtet er die berühmteBibliothek. Constantinopel, der Sitz der Religion und der poli-tische» Autorität im Morgenlande, ist eine Freistatt für die aus-gezeichnetsten Geister und für alle Sekten, welche, eines Beistan-des für ihre haltlosen Glaubenslehren bedürftig, die Gunst desHofes beanspruchen und nicht durch die besten Mittel sie zu er-langen suchen. Constantin beschützte die Wissenschaften, befreitevon persönlichen Lasten und Steuern für Häuser und Güter dieAerzte, Grammatiker, Professoren der schönen Künste und desRechts, wie auch deren Weiber und Kinder, und sicherte ihnenbestimmte Gehalte *); die hierauf bezüglichen Gesetze wurden vonseinen Nachfolgern erneut. In der Hauptstadt gründete er (476)eine Schule, welche einige Aehnlichkeit mit unsern Universitäten

«) voä. ^U8t. X, 52, 6.