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Woche, Glaubensboten trugen die Wahrheit in alle Lande, nach-dem sie gelehrt und geübt worden, allen Einwendungen zu be-gegnen; die Päpste wachten, daß der Flamme des Wissens nim-mer Nahrung gebrach und von mehreren derselben besitzen wirBriefe voll tiefer geistlicher Gelehrsamkeit.
Obgleich Theodorich die Beschäftigung mit den Wissen-schaften als verderblich seinen Gothen untersagte, begünstigte ersie bei den Römern und hörre selbst in seinen seltenen Mußestun-den Cassiodor'S physikalische Auseinandersetzungen gerne an.Dieser spricht von 3 Lehrern, der Grammatik, der Rhetorik unddes RechtS, welche zu seiner Zeit im Capitol Vortrüge hielten;vielleicht waren diese die einzigen öffentlichen Lehrer in Rom, ob-gleich Theodosius II 10 Rhetoren und 10 Grammatiker lateini-scher, 5 Sophisten und 10 Grammatiker griechischer Zunge, einenPhilosophie- und einen Rechtslehrer in Rom angestellt hatte. E » n o-diuS rühmt die Blüthe der mailändischen Schulen unter Theo-dorich und die geistreichen Köpfe, welche Ligurien hervorbrachte,so daß man sprichwörtlich sagte, dort würden noch Cicerone ge-boren. Dagegen thaten die andern barbarischen Könige nichts,oder fast nichts zur Hebung der Studien.
CciffiodoruS. 479—575.
Cassiodor, zu Scylaeium geboren, unter Odoaker undTheodorich allein Consul, unter AnastasiuS, JustinuS undJustinianus mit den höchsten Würden bekleidet, sodann Se-kretär des Oftgothen Theodorich, übte unter diesem und seinemNachfolger einen großen Einfluß auf die Angelegenheiten ItaliensauS, und setzte sich ein schönes Denkmal seiner ftaatSmännischenThätigkeit in der im Namen seiner Herren, sowie alSprnvtvrio selbständig erlassenen und unter dem Titel v-u-im', 11 »litzii XII veröffentlichten Edikte. Man vergißt die harte Schreib-art, die beständige Schwülstigkeit, und das zur Schautragcn vonGeist und Gelehrsamkeit bei dem Interesse, welches dieses Werk,die einzige Quelle für Italiens Geschichte in dieser Zeit, undbei der Bewunderung, welche der edle und milde Geist des Ver-fassers einflößt. AlS er den Thron zusammenbrechen sah, dennach Kräften zu stützen er bestrebt gewesen, ließ er in Calabrie»nahe seiner Vaterstadt ein Kloster erbauen, wo er den Rest seinesLebens frommen Uebungen und den Studien widmete. SeineMönche ließ er theils mit Hand- und Feldarbeit, theils mit Ab-