Band 
Fünfter Band.
JPEG-Download
 

603

oder minder hohe und breite auf Pfeilern oder Grundmauer«/ dieein Viereck oder Vieleck bilden/ ruhende Construktion/welche mei-stens auö drei Theilen besteht / nämlich den Strebepfeilern/aufweiche die Trommelsich stützt/ die ihrerseits wieder dieeigentliche Kuppel trägt. Rom besitzt noch eine hemisphärischeKuppel auf achteckigem Unterbau in dem alten Gebäude/ welchesder Sklaventhurm genannt wird. In den prächtigen Thermen deSCaracalla bemerkt man in einem dem Herkules geweihten Saaledie Neste von acht Strebepfeilern/ welche die hemisphärische Kup-pel zu tragen hatten; außerdem hat man die halbzirkelförmigedes Pantheons/ deren Form sehr solid ist. Stets saß die Kuppelauf einem zwischen ihr und dem Boden angebrachten Cylinder/erst in der Sr. Sophienkirche beginnen die großen Verhältnisseund die völlige Entwicklung der Strebepfeiler/ welche aus denEcken des GrundquadratS aufstrebend die zirkelförmige Basis derKuppel bilden; man erhöhte dieselbe später durch die Trommel/welche ihr ein majestätischeres und kühneres Aussehen gab. Dievom h. Maxim in ian unter der Regierung Justinians zuRavenna erbaute St. VitaliSkirche mit einer planlosen Anhäufungvon Ornamenten hat eine merkwürdige Kuppel; dieselbe bestehraus einer doppelten Reihe an einander gedrängter und in spiral-förmig sich verengernden Kreisen gestellter Vasen und ist durch-aus mit einem sehr festen Kitt bekleidet. Ob hier eine Nachah-mung der St. Sophienkirche oder ein Versuch vorliegt/ der späterin größerem Maßstabe zu Byzanz wiederholt werden sollte / läßtsich nicht entscheiden. Die Kuppel steigt nicht vermittelst Strebe-pfeilern/ sondern vermittelst acht kleiner/ von den Ecken ausgehen-der Schwibbogen auf oktogonem Plan empor. Die durch den Un-fall in St. Sophia gewarnten Bauknnstler suchten fortan denKuppeln eine festere Unterlage zu geben / indem sie auf die vierPfeiler Giebel setzte»/ um durch deren senkrechten Druck den schie-fen der Strebepfeiler und Schwibbogen auszugleichen/ waS nichtnur zur Festigkeit/ sondern auch zur Manchfaltigkeit des Bau'sbeitrug und ihn schlanker erscheinen ließ. Im Verlaufe der Zeitwurden noch manche Modifikationen angebracht/ so ist z. B. inSr. Michael zu Pavia/ wo die Kuppel auf achteckiger Grundlageruht und diese durch Strebepfeiler mit dem Quadrat verbundenist/ die erste Idee der Giebelfelder gegeben. Die Kuppeln bildeneinen wesentlichen Unterschied zwischen der Architektur des 6.Jahrhunderts und der gothischen Baukunst/ welche statt jener über