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Zügen stets selbst führte, wurde sie zuerst zu Medinah, der Haupt-stadt des Islam, und sodann zu Bagdad, Damask, Kairo aufbe-wahrt, von welch' letzterem Orte sie mit dem Hause Othman'soder Osman'ö nach Prusa, Gallipolis und endlich nach Con-stantinopcl wanderte. Ein in sehr kleinen Lettern von Omar ge-schriebenes Exemplar des Koran ist in derselben mit einem silbernenSchlüssel der Kaaba eingewickelt; entfaltet wird sie nur dann,wenn der Sultan oder der erste Vezier sich an die Spitze deöHeeres stellt, wenn es nöthig erscheint, dem nationalen und reli-giösen Enthusiasmus einen neuen Aufschwung zu geben.
Als der Afterprophet verschieden war, verbreitete sich Anfangseine allgemeine Trostlosigkeit und sodann ein Murren der Unzu-friedenheit und des Zweifels unter den Gläubigen. Einige be-haupteten der Prophet könne nicht sterben und daß er, wie Moses,am 40., oder wie Christus am 3. Tage wieder auferstehen werde.Der stürmische Omar ging sogar so weit, diejenigen, welchedieser Meinung widersprachen, mit seinem Degen zu bedrohen;aber der kluge Abu-Bekr verwies ihm solch übertriebenen Eifer,obgleich er denselben an und für sich billigte, und that den Aus-spruch: Betet ihr Muhammed oder den Gott Muhammcd'S an?Gott lebt ewig, aber sein Apostel war sterblich wie ihr, und erhat seine irdische Laufbahn beendet. Dieser Spruch, bestätigtdurch die beginnende Verwesung des Leichnams, beruhigte dieGemüther und ein prachtvolles Leichenbegängniß wardworbereitet;da erhob sich jedoch ein neuer Zwiespalt über den Begräbnißort.Die Moadjeren wollten den Propheten nach seiner Geburtsstadr
Propheten Haien eine öOfache seidene Umwicklung. Jährlich am 15. Ra-mahdan wird jene unter großen Feierlichkeiten der Hüllen entkleide: unddem ganzen Hofe zum Küssen dargereicht; nach einem jeden Kuß wischtsie der Großstallmeister mit einem Stücke Musselin ab, welches sodannder Küssende als ein kostbares Angedenken aufbewahrt; nach Beendigungder ganzen Ceremonie wird das den: Küssen ausgesetzt gewesene Srückder Fahne in einem großen silbernen Gefäß gewaschen und das Wasserin Fläschchen gefüllt, die sodann wohlversiegelt an Fürsten und Großeüberbracht werden, welche beim Empfang den Ueberbringer glänzend be-wirthen müssen; einige Tropfen davon werden in den ersten Trunk ge-schüttet, womit am selben Abende das Fasten gebrochen wird. und allge-mein gilt das Fläschchen mit der kostbaren Flüssigkeit für ein Schutzmittelgegen Krankheit und Feuersbrünste. Hammer, Staatsverf. u. Staats-" verw. d- Osm. N. I, 19.