Band 
Fünfter Band.
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ihre Bruder todten zu lassen, um die Ruhe der Welt zu sichern.So geschehe dem also.

Viertes Kapitel.

Erste Khalifen. 632—661*).

Muhammed wird nur solchen groß erscheinen, die vordemErfolg in Anbetung versinken und sich durch rasche Siege, ge-waltsame Erschütterungen und maßloses Blutvergießen — die ein-zigen Zeichen, durch welche der „Prophet" seine göttliche Sendungbekundete, verblenden lassen. Und in der That gränzt eS fast an'sWunderbare, wie seine Gefährten nach allen Seiten hin mit derSchnelle und den unheilvollen Wirkungen deö Simum ihrerWüsten sich ausbreiten, und die Stiftung eines Reiches und einerReligion in so kurzer Zeit und auf so ausgedehntem Gebiete wareine in der Geschichte noch nicht dagewesene Erscheinung. Esverräth aber eine geringe Kenntniß des menschlichen Gemüthes,diesen Erfolg der Nachsicht, welche der Islam den grobsmnlichenNeigungen angedeihen ließ, zuzuschreiben, da der Mensch vielmehrdemjenigen sich zuwendet, was sich ihm im Gewände der Strengedarbietet. Eher mochte dem JSlam förderlich sein, daß er sichals eine Verbesserung der andern Religionen ankündigte und somit dem Vortheile, den der Angriff überhaupt gewährt, die stür.mische Ueberzeugung eines neuen Glaubens verband. Sodann inder Person seines Stifters selbst auf den Thron erhoben, organi-sirte er die Gesellschaft dem neuen Glauben gemäß, legte den Be-siegten ein nach demselben gestaltetes Regiment auf mit einereinheitlichen, unumschränkten und darum zur Erhaltung der Einig-keit und Einförmigkeit höchst wirksamen Gewalt.

*) Eines der gediegensten Werke über die Khalifengeschichte ist G- Weil'sGesch. d. Khalifen, 3 Bde., welcher, aus einen« reicheren und ursprüng-licheren Quellenstoff als die fast nur abendländische Quellen benutzendenbisherigen Bearbeiter dieser Geschichten schöpfend, dieselben entwirrt undviele Thatsachen berichtigt und ergänzt. D. B.