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in öffentlichen Urkunden verbot/ endlich auch zu DamaSk an derStelle der den Christen mit Gewalt genommenen St. Johanns-kirche und zu Medinah über dem Grabe des Propheten prächtigeMoscheen erbauen und die Kaaba mit der goldenen Regentraufe(mirüd) versehen ließ.
Von Soli man ist zu rühmen, daß er auf strenge Gerech-tigkeitSpfiege hielt und den Handel beschützte; andererseits abererlaubte er sich die größten Gewaltstreiche, um die mächtigstenGroßen aus dem Wege zu räumen. Die Unternehmungen gegenSpanien und den äußersten Osten ließ er verfolgen, regierte abernur 2 Jahre und 8 Monate lang; wahrscheinlich ward er ge-waltsam beseitigt, denn seine Ausschweifungen, seine Härte undsein Starrstnn hatten ihm viele Feinde zugezogen.
Omar II. 717.
Omar, Sohn von Abd-el-A;iz, dem jünger« BruderAbd-el-Malek'S und einer Tochter deSKHalifen Omar, undgleich Yezid, einem Sohne A bd-el-Malek'S, von Solimanadoptirt, war dessen Nachfolger; er hatte ganz die strenge Rich-tung seines Großvaters und strebte dessen Einfachheit nachzuah-men*). Er wollte nicht im Palaste wohnen, um die Familieseines Vorgängers nicht zu stören, und für seine Kleidung gab erhöchstens zwei Drachmen jährlich aus. Den Kaiser Leo suchteer zum Islam zu bekehren und hob die von Moawijah angeord-nete Verfluchung der Schiiten auf. Er erlaubte den Christen, inDamaSk ihre Kirchen zu behalten, obgleich er alle Mittel, selbstschwere Verfolgung anwenden ließ, um sie zum Abfall zu bewegen.Die prächtige Hofhaltung seiner nächsten Vorgänger löStc er aufund hatte nur eine Frau, die zugleich seine Dienerin war. SolcheEinfachheit und Friedensliebe mißfiel den Großen und Feldherren,seine Duldung gegen die Schiiten den fanatischen Sunniten,und dem kaum 33 Jahre alten Khalifen ward ein langsames Giftbeigebracht, an welchem er nach kaum 2'^jähriger Regierungstarb. Omar merkte, daß er vergiftet worden, entließ aber denDiener, der ihm den Trank gegeben, ungestraft und wollte keinGegengift nehmen, da alles doch geschehen werde, wie Gott wolle.
*) Schlosser bemerkt: „Walid und Soliman hatten, alten Berichtennach, eine Art Naturreligion; sie sahen den Koran als ein schönes Ge-dicht an, die Gebräuche der Moslim als Volksreligion." D. B.