Band 
Fünfter Band.
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wo er bald darauf stirbt. Bei der völligen Unbcdeutendheit desKönigS beeilen sich nun die neustrischen Dynasten , alles Gute,waö Pipin geschaffen, wieder zu vernichten. Sie ernennen Ra-ginfred zum Hausmaier, der, nachdem Dagobert gestorben(715), jenen Bruder Daniel, den angeblichen Sohn Childe-richs II, dessen wir erwähnten, als Chilperich II auf denThron setzte. Raginfred, der nach jenem Siege die MaaSgcgcndverheerte und Burgund bedrohte, trug sich mit nichts Geringerm,als eine gänzliche Veränderung im Frankenreiche herbeizuführenund die Ostfranken den Westfrankcn wieder zu unterwerfen, wo-bei er auf die Freundschaft des Friescnherzogs Rad bot zählte.Die Austrasier aber, ebenso abgeneigt, sich den Neustrasicrn alseinem Weibe zu unterwerfen, waren rathloS, uneinig und ohneFührer.

Chllpcnch. 7l5. — Karl Martell. 7t6.

Pipin hatte von Alpais einen Sohn, Karl (691), dener als angeblich bei dem Morde seines Halbbruders betheiligt,enterbte, da er diesen zum Nachfolger erklärt hatte. Plec-trude hatte den tapfern und entschlossenen Mann in Köln ge-fangen gehalten, als er aber von der Unzufriedenheit und Rath-losigkeit der Austrasier hörte, entfloh er und wurde alSbald vonden Vasallen seines Vaters und den vornehmsten Dynasten alsFürst der Ostfranken anerkannt. Rasch griff er die Friesen an,welche auf RaginfredS Veranlassung gegen Köln vordrangen,und brachte ihnen eine Niederlage bei, und obgleich er, da erschwächer war, nicht verhindern konnte, daß sie sich mit den Neu-striern, welche diese Stadt belagerten, vereinigten, setzte er ihnendoch dermaßen zu, daß sie sich zurückziehen mußten. Auf ihremRückmärsche überfällt er sie und die Neustrier bei Amblcf unweitSrablo, erhält dadurch immer mehr Zutrauen und Zulauf, schlägtsie sodann nochmals (718) bei Vincy, und unterwirft das ganzeLand bis zur Seine. Ein Einfall der Sachsen unterbricht denVerlauf dieser Erfolge über die neustrischen Franken; kaum aberhat er sie bis zur Weser zurückgeworfen, so kehrt er zurück; Plec-trude öffnet ihm die Thore Kölns, überliefert ihm die Schätze,deren Erbe er durch den Tob Theudoalds geworben, und begibtsich mit ihrer Tochter »ach Bayern. Nun besiegt er Raginfredbei Soissons auf'S Neue (710), nimmt Paris ein und erobert Neu-ftrien bis zur Loire. Die Aguitanicr, welche stets die Frankenals Fremde betrachteten, hatten mit Raginfred für die Ver-