Band 
Fünfter Band.
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zu habe« / und Gott verlieh nun auch der christlichen Tapferkeitden Sieg. -

Schlacht bei Poitiers. Oki. 732.

Die beiden Heere trafen in den Ebenen zwischen PoitierSund Tours auf einander und 7 Tage nach einander fanden Einzel,gefechte Statt, wohl weil der kluge Held Karl seine Mannen andie ihnen noch neue Kampfweise der leicht berittenen und bewaff-ncten Orientalen gewöhnen, fie lehren wollte, ihr mit furchtbaremGeheul begleitetes Heranrauschen mit kalter Entschlossenheit zubestehen (wie einst Marius gegenüber den Kimbern und Teuto-nen!), bis er endlich am 8. Tage die allgemeine Schlacht an-nahm. Sie begann mit der Morgendämmerung. „Die Franken,sagt Jsidor v. Beja, standen wie feste Mauern, wie ein Wallvon Eis, gegen welchen die leichtbewaffneten Araber zerschellten,ohne ihn zu erschüttern. Sie stürmten an und wieder zurück, dochwurden sie von, Schwerte der Germanen niedergemacht, unterderen Hieben Abd-cl-Rhaman selbst fiel. Die Nacht kam heranund die Franken hoben ihre Waffen in die Höhe, zum Zeichen,daß sie von ihren Anführern Ruhe verlangten, indem sie ihreKräfte sparen wollten für die Schlacht des nächsten TagcS, dennsie sahen die Ebene weithin mit den Zelten der Sarazenen bedeckt.Als sie aber bei der folgenden Morgenröthe sich in Schlachtord-nung aufstellten, entdeckten sie, daß die Zelte leer waren und daßdie Sarazenen, muthlos geworden durch den großen Verlust, densie erlitten, sich während der Nacht zurückgezogen hatten und be-reits weit entfernt waren." Die Sage übertrieb die blutigen Er-gebnisse eines Tages, der Europa errettete. Die Zahl der auf demSchlachtfelde gefallenen Araber ward wohl übertrieben auf 357,000angegeben; die Thaten Karl Martells und seiner Krieger wur-den zu Wundern, welche die Volksüberlieferung nachmals Karldem Großen und seinen Paladinen zuschrieb. Jedenfalls glaub-ten sich die Christen nicht im Stande, den Rückgang der Araber zubeunruhigen und diese gaben den Gedanken auf, das Frankenreichzu erobern, nicht aber von Zeit zu Zeit Raubzüge über die Py-rcnäen zu unternehmen *).

*) Zweiundzwanzig Jahre später besaug Jsidor v. Beja den Sieg beiPoitiers und man findet bereits in seinen Versen die Reime oder viel-mehr die Assonanzen, welche in der Poesie des Mütelalters gebräuchlichwaren und in der spanischen Verskunst sich erhielten: