Band 
Fünfter Band.
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Wenn in der Folge Italien so grausam zn leiden hatte durchdie beständige Einmischung der Kaiser in seine Angelegenheiten/was seine Entwicklung hemmte und endlich seinen Fall herbei-führte/ so glauben wir / daß die Schuld hievon weder den Päp-ste«/ noch der Erneuerung des römischen Kaiserthums beizumessenist/ während doch Niemand in Abrede stellen wird / daß die Ver-bindung der Nordländer mit dem Heerde deS Wissens und der so-cialen Einrichtungen mächtig dazu beitrug/ die Barbaren der an-gebornen Rohheit zu entkleiden. War es aber nothwendig / daßItalien zum Heile Europa's geopfert wurde/ so mögen seine Kin-der mit Würde das Unglück ihres Vaterlandes ertrage»/ und diedavon allen Vortheil hatten / nicht undankbar sein l

Die ganze Christenheit wurde jetzt eine große Monarchie; dieFürsten verehrten Karl als ihren Oberherrn; die Ungläubigenbetrachteten ihn alS den höchsten Fürsten der Christen. Aber die-ser Fürst war wählbar/ d. h. er verdankte seine hohe Würde demVertrauen/ das er einflößte/ und die Folge war/ daß unter seinerSuprematie jede Regierungsform/ selbst die freieste/ republikani-sche, bestehen konnte. Eine solche Einheit war daher etwas An-deres/ als die von Karl V/ von Ludwig XIV'/ von Napo-leon geträumte oder erstrebte Universalmonarchie/ welche alleNationen zwingen wollte/ einem einzigen Willen zu gehorche»/ sichGesetzen zu unterwerfen/ die für andere Sitten und Zustände alsdie ihrigen geschaffen waren / sich den Interessen eines einzigenLandes aufzuopfern. Dort war moralischer Einfluß/ keine Herr-schaft ; die Individualität der Nationen wurde nicht zerstört/ aberihre verschiedenen Kulturen wurden in Uebereinstimmung gebrachtund die Einrichtungen einer jeden von ihnen wurden geachtet/ in-sofern sie auf dem Charakter/ den Gebräuchen/ der Geschichte einesjeden Volkes gegründet waren. Schon der Name heiliges rö-misches Reich bezeugt / daß diese Macht eine moralische seinwollte/ daß sie erstrebte/ die Staatögesellschaft nach dem Vorbildeder geistlichen Hierarchie zu gestalte«/ eine gesetzmäßige Ordnungan die Stelle eines Zustandes zu setze« / dessen Grundlage nichtsanderS/ als eine natürliche Feindschaft zwischen den verschiedenenVölkern war/ sie dahin zu führen/ in Frieden und versöhnt unterdem Gesetze zu leben. Dieses war der erhabene Gedanke derPäpste.

Der Vorrang des Kaisers über die Könige war auch eineFolge deS Umstandö/ daß diese Würde weder erblich/ noch theil-