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deS Nordens und Südens zurückzutreiben, im Innern daö Reichzu organisiren vermittelst einer einheitlichen Verwaltung und durchAnsammlung aller Kräfte der Nation im Herrscher, um ste dannzum allgemeinen Vortheile der Gesittung zu lenken und zu ver-wenden. Die Einheit der christlichen Nationen, das war das großeZiel, nach welchem er strebte und dem er auch die Wissenschaftdienstbar zu machen suchte, aber leider fehlten ihm zur Ausfüh-rung seiner wissenschaftlichen Pläne die rechten Männer oder erwußte die rechten nicht zu finden *).
Karls Lebensende.
Der große Kaiser leuchtete in Allem voran, was sein Jahr-hundert wirkte und schuf; wo er nicht unmittelbar einwirkte, fehltediesem Jahrhundert, dessen Seele, Kopf und Arm er war, Ein-heit und Macht. Von Aachen oder den Palästen bei Metz oderThionville aus wurde ganz Europa gelenkt. Ihn wünschten sichdie Barbaren zum Verbündeten oder fürchteten fle zum Feindezu haben , ihn verehrten die europäischen Fürsten alS das Hauptder Christenheit und achteten die Moslim. Aus der Hütte desSoraben wie aus dem Palaste von Byzanz, aus den venetianischcnLagunen wie aus den fruchtbaren Thälern von Bassora richteteman Huldigungen an den großen Karl. In einem Jahrhundertder Unwissenheit begriff er allen Werth, alle Nothwendigkeit derBildung zur Erhaltung der Ueberreste der römischen Kultur undder Pflege der neuen Civilisation- AlS Krieger und Eroberer liebteer den Frieden und die Kirche, als Barbare schätzte er hoch dierömische Weisheit und sammelte deren Ueberreste, als Gelehrterverachtete er die ungebildeten Sprachen deS Nordens nicht, alsfrommer, kirchlich gesunder Christ beschränkte er die Rechte derGeistlichkeit auf das gebührende Maß, ehrte fie ohne KnechteSfinn,überwachte sie ohne Uebermuch. Germane nach Stamm, Sprache,Sitte und Neigung, überhaupt in allen Stücken, außer in demStreben, den römischen Namen wiederherzustellen, zeigte er sichnur zweimal, zu Rom und auf den Wunsch des Papstes, in der
*) „Karl that in Allem, was die Nothwendigkeit gebot, was die Klugheitforderte, was die gesellschaftliche Ordnung erheischte, was gute Menschenfür das Beste hielten, was er selbst in eigener Seele als das Heilsamsteerkannt hatte, ein Erzieher seiner Zeit, aber auch ihr Zögling." Luden.Und wir fügen mit dem Dichter hinzu: „Und wer den Besten seiner Zeitgenug gethan, der hat gelebt für alle Zeiten!" D. B.