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Du bist ihnen ebenso ein Schrecken wie die Wogen des.ionischenMeerS." Wir wissen nicht/ ob es allein die Sympathie der großenGeister war, welche Harun zu Karl hinzog, oder ob irgend einestaatskluge Absicht ihn zu einer seiner stolzen, durch ihre glän-zenden Siege hochmüthig gewordenen Nation sonderbar anstehen-den Huldigung veranlaßte; vielleicht wollte er ihn dahin bringen,die spanischen Araber, welche er als häretisch haßte und, weil sieAfrika bedroht, fürchtete, mit Krieg zu überziehen.
Derart erfüllte die Größe Karls die Gemüther der Men-schen, daß sie übertrieben und das Wahre zum poetisch Sagenhaf-ten umgestalteten. Aus dieser Mischung von germanischem Helden,römischem Kaiser, gläubigem, eifervollem Christen, wie sich Karlin der Geschichte darbietet, machte die Sage bald einen, in demMaße als durch daS Ritterthum und die Kreuzzüge der Geist deSMittelalters sich ausbildete, stets mit neuen Farben ausgeschmück-ten Typus. Die Franken sollten von Hector, Karl von Con-stantin d. Gr. abstammen; er ward dargestellt als Besieger derSarazenen, Pilger nach dem gelobten Lande und Eroberer vonJerusalem, nach Reliquien suchend, über theologische Fragenstreitend. Er wurde mit Einem Worte ein mit allen körperlichenund geistigen Vollkommenheiten ausgestatteter Held, daS Vorbildin allen Tugenden seiner Zeit, die Blüthe der lateinischen, ger-manischen und christlichen Kultur in sich vereinend. Jedes Klosterund die berühmtesten Universitäten wollten ihn zum Stifter haben,sowohl die alten germanischen als die nach ihm die neue Gesittungvollendenden Gesetze wurden ihm zugeschrieben. DaS Ritterthumfand in ihm seinen Stifter, seine ersten Vorbilder in den Rittern(Paladinen) seines Hofes, deren jeder der Held eines RitterepoSward *).
*) Karl selbst war eigentlich kein Held der deutschen Sage, nur alsGesetzgeber und gerechter Richter erhielt er sich sprichwörtlich im deutschenVolke. In Frankreich dagegen hatte bereits unter Karl d- Dicken dieSagenbildung angefangen, sich seiner zu bemächtigen, und die nachfolgen-den französischen und provenzalischen Lieder besangen vorzugsweise KarlsKrieg gegen die Ungläubigen in Spanien, der wie ein Kreuzzug erschien,'und hier wieder besonders den kaum historisch nachweisbaren Roland,während Karl selbst, wie die Könige in andern Sagenkreisen, wie Ar-tus, Attila, mehr in den Hintergrund trat. Den Haupttheil der Karls-sage bildet die Schlacht bei Roncevall, welche mit des Ivui-xiilns vit»Oaroli maxni st ltoiamü (Vergl. die folgende Note) schon gegen das