Band 
Fünfter Band.
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Außer diesen Gemahlinnen hatte er noch 4 Concubinen und nochmanche Geliebte. Aus seinem Hause erwuchs dem sonst so glück,liehen Kaiser schwerer Kummer. Für den Verlust vieler Kinder,namentlich seiner ältesten Tochter Roth rüde (geb. 773, f810;ein unehelicher oder unebenbürtiger Sohn Ludwig soll Abt ge-wesen sein), entschädigte ihn daS Betragen seiner übrigen Töchternicht, aber zum Theil war er selbst hieran Schuld, weil er sichnicht von ihnen trennen wollte und weil er sie nicht streng genugbeaufsichtigte *).

Voraussehend, daß keiner seiner Söhne dazu angethan seinwürde, auf seinen Schultern das Gewicht der Welt zu tragen,um so weniger, da sie schon bei seinen Lebzeiten keineswegs einigwaren, suchte er ein Mittel ausfindig zu machen, den Friedenunter ihnen zu erhalten. Die Politik seines Stammes, so wieauch seine väterlichen Neigungen veranlaßten ihn, unter die dreiSöhne die seinem Szepter gehorchenden drei Nationen, die frän.kische, longobardische und römische, zu vertheilen (auf dem Reichs,tag zu Diedenhofen, 805). Bereits hatte er an Ludwig Aqui.tarnen, an Pipin Italien, an Karl Austrasien und Neustriennebst den Landstrichen zwischen Saone und Rhone gegeben. Pipind. Bucklige, sein ältester (natürlicher) Sohn, weil von der Thenlung ausgeschlossen, ließ sich in eine Verschwörung mit mehrerenEdeln ein, jedoch von einem longobardische« Priester verrathen,wurde er auf einem Reichstage zum Tode verurtheilt, welcheStrafe sein Vater in klösterliche Einschließung umwandelte. DerKönig von Italien starb (810, 7. Juni) und bald folgte ihm auchsein Bruder Karl in'S Grab (811, 4. Dez.), der sich durch meh-rere Siege über die Normänner ausgezeichnet hatte. Karlhinterließ keine Kinder, Pipin (der eigentlich Karlmann hieß)aber außer fünf Töchtern einen Sohn, Bernhard, welchen derGroßvater unter der Vormundschaft des Vetters Gr. Wala als

') Eine falsch verstandene Stelle bei Eginhard, vielmehr bei dem Chro-nisten. der sich hinter den berühmten Namen versteckte oder der in dessenAnnalen Vieles hineintrug — denn es ist doch ganz unglaublich, daß einFreund Karls, an dessen Hof ausgewachsen und gebildet und der gleichnach dessen Tode schrieb, sein Andenken sollte so schwer gelästert haben —gab Veranlassung, den Kaiser eines schändlichen Verbrechens mit seinenTöchtern, die alle unvermählt blieben, zu beschuldigen, welches VerbrechenVoltaire eine Schwäche nennt.