Band 
Fünfter Band.
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verständlich. Die religiösen Bücher find in einer rituellen, demSanSkrit ähnlichen Sprache geschrieben.

In alter Zeit verzehrten die Tübetaner ihre Eltern nachderen Tode. Jetzt aber biegen fie den Verstorbenen zusammen,so daß der Kopf den Knieen nahe kommt, stecken ihm die Händezwischen die Beine, binden ihn in dieser Stellung und bekleidenihn mit seinen gewöhnlichen Kleidungsstücken, worauf der Leich-nam in einen Sack oder Korb gethan wird; ist dies geschehen,dann beginnen die Verwandten laut zu jammern, der Priestersagt Gebete her und Familienglieder und Verwandte tragen nachVermögen Butter in den Tempel, um fie vor den Götterbildernschmelzen zu lassen. Die Hälfte vom Hausgeräthe des Verstorbe-nen fällt dem Tempel zu und die andere Hälfte wird verkauft,um den Priestern Thee zu kaufen und das Leichenbegängniß zubestreiken. Der Leichnam wird an eigens für dies grausige Ge-schäft bestellte Zerschneidet gebracht, welche ihn an eine Säulefestbinden, daS Fleisch in Stücken abschneiden die Knochen ineinem Mörser zerstoßen und mit Mehl vermischen und alles diesden Hunden vorwerfen, oder fie lassen auch daS Fleisch, als Fraßfür die Geier, an der Säule hängen; die Leichname der Armenwerden in's Wasser geworfen, die der Priester verbrannt *). IhreKranken pflegen sie mit Butter einzureihen und der Sonne aus-zusetzen, oder, bei bedecktem Himmel, mit Papier zu bedecken undmit Tannenzweigen einzuräuchern. In schweren Krankheitsfällennehmen sie zum Gebet der Priester und den Zauberkünsten derSchamanen ihre Zuflucht.

P. Hyacinth wohnte als Gesandter nach Peking einemfeierlichen Mahle von Tübetanern bei. Sie nahmen nach demAlter geordnet auf mir Wolle gefüllten Kissen an mehreren langenund niedrigen Tischen Platz; nachdem fie eine Speise auS Gersten-mehl (tsun-pu) mit Butter verzehrt, Wein, Bier und Thee, zuwelchem fie keinen Zucker, sondern Salz und Butter nehmen, ge-

") Rubrurius fand diese Gebräuche im 13. Jahrh.; sie sind noch vielälter und auch andern Völkern eigenthümlich. Nach Strabo wurden inBaktrien Greise und hülflose Kinder den Hunden überlassen. Nach Ci-cero ('Vusv. I, 48) war es bei den Hyrcaniern die vornehmste Bestat-tungsweise, von den Hunden verzehrt zu werden. ZustinuS berichtetdasselbe von den Parthern, und noch gegenwärtig besteht dieser Gebrauchbei den Kalmücken.