Band 
Achter Band.
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darum zu thun, ungerechte Anmaßungen des Papstes auf recht-lichem Wege zurückzulveisen, sondern die Welt, die französischewenigstens, glauben zu machen, daß der Papst sich Unerhörtes an-maße; daher hat auch Philipp die Bulle, statt vorzeigen unduntersuchen, schlau in'S Feuer werfen lassen in seiner und derzu Paris anwesenden Großen und anderer Personen Gegenwart(Febr. 1302?)... B. Tosti*) hält dafür, ehe Philipp am11. Februar 1302 diese Publikation vornahm, habe der Ränke-schmied Flotte zur Vorbereitung jenes von SpondanuS auf-gefundene vorgebliche Brevc den Herren mitgetheilt, in welchemBonifaeius dem König Philipp gesagt hätte: Nimm dich inAcht, daß du Gott fürchtest und seine Gebote haltest. Wir wol-len, daß du erkennest, wie Wir sowohl im Zeitlichen alS im Geist-lichen über dir sind. Geistliche Stellen und Pfründen zu ver-leihen , geziemet dir durchaus nicht, und hast du eine vacanteunter Obhut zu nehmen, so müssen die Einkünfte für den Nach-folger aufbewahrt werden. Hättest du aber eine verliehen, soerklären Wir daS für nichtig und die Ernennung für widerru-fcn u. dgl. — ES begreift sich der Schrecken, welcher hiedurchden vom Hofe creirten Prälaten abgejagt wurde. Bo'nifaciuShatte nochmals einen Legaten an Philipp zu senden versucht,den Franzosen JaqueS dc Normandis, Archidiakon von Nar-bonne und zugleich päpstlicher Notar, welcher die Freilassung deSBischofs Bernard von Pamicrs und überhaupt die Erlaubnißbei Philipp auswirken sollte, daß die französischen Prälatenzum Conzil nach Rom reisen dürften. Alsogleich wurde ausge-sprengt, der Legat habe von Papst BonifaeiuS Vollmacht undBefehl erhalten, die Franzosen ihres dem König PhilipplV ge-schworncn Treueides, im Falle er nicht nachgäbe, zu entbindenund Frankreich für ein dem apostolischen Stuhle ledig gewordenesund einem Andern zu verleihendes Lehen zu erklären. Ob derLegat vor das Angesicht Philipps gelassen wurde, ist sehr un-gewiß, und nur so viel bekannt, daß man ihn bereits im Februar1302 über die Gränzen deS französischen Reiches gewiesen hat,was zu gleicher Zeit dem Bischof Bernard von PamierS be-gegnet sein soll. Man hört weiter nichts mehr von ihm. AllerVerkehr mit Rom war abgeschnitten und auf das Schärfste ver-

*) 8tori» äi kax» Lonisanio VIH v «lo suvi temxi. 8 Bde. Monte Casstnound Rom, 1846.