Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

205

mirt; der Geistlichkeit ward ausdrücklich untersagt, sich zu demausgeschriebenen Conzil zu verfügen, angeblich weil jene Aus-schreibung keinen andern Zweck haben sollte, als die französischenKirchen ihrer Hirten, den König seiner Berather, das Volk derheil. Sakramente zu berauben.

Bonifacius aber entlarvte in einer ruhigen und klarenAnrede an daS Cardinalcollcgium, in Gegenwart einiger franzö-sischer Hofprälaten, die Vcrläumdungcn der gewissenlosen Legisten,die ihm Dinge in den Mund gelegt, welche er niemals gespro-chen, die ihn schwer qeschmähet, und beklagte (in einem Schrei-ben an den französischen Klerus, verlra äeliruntis beginnend,wovon ein fehler, und lückenhafter Rest vorhanden) die französi-sche Kirche, die vom Wahnsinn ergriffene Tochter, der jedoch dieunsinnigen Reden zu vergeben die liebende Mutter noch immerbereit sei. Auf dem sodann am 1. November 1302 versammeltenConzile erließ er, als alle versöhnlichen Schritte sich vergeblicherwiesen, endlich die Bulle llnum 8unctum, in welcher erklärtist, die Eine, heilige, katholische, apostolische Kirche habe zumHaupte Christum und dessen Stellvertreter auf Erden; die geist-liche Gewalt, obwohl einem Menschen anvertraut, sei doch göttlich,und wer ihr widerstehe, widersetze sich daher Gott; die weltlicheGewalt sei untergeordnet der kirchlichen, und müsse sich von ihrleiten lassen, wie die Seele vom Körper; der Papst fei berechtigt,die Fürsten, welche in schwere Irrthümer verfallen, zu tadelnund auf den rechten Weg zu weisen; wenn sie bei der Ausübungihrer Gewalt nicht den Maßregeln der Kirche unterworfen wären,würden sie außerhalb der Kirche stehen und die beiden Gewaltengetrennt von einander bleiben, was aber zur Annahme der beidenPrinzipien und somit zum Manichäismus führen würde. Schließ-lich wird denn noch aufgestellt, jedes menschliche Geschöpf sei demPapste unterworfen und im entgegengesetzten Glauben könne mannicht zum ewigen Heils gelangen* *).

eonsoienoo du roi, do lui faire dos remontranoes sur I'administrationde so» ro^auino; et de I» punir xsr los oensures o» lexoommuni-ostion lorsgu'il violait «es serments."

*) „Bonifacius VIH erklärte, daß er die Unterordnung der Königeunter den Papst in zeitlichen Dingen nicht ratlose dominii, sondern nurin wie weit es sich um Sünde und Ungerechtigkeit handle, rationo xeo-oiiti, behaupte, und daß er ferne davon sei, de» Unterschied beider vonGott gesetzten Gewalten z» läugnen. Bei der Synode am 1. November