Band 
Achter Band.
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Philipps Gemahlin hatte sich beleidigt gefühlt durch diePracht, welche die Weiber der fiandrischen Weber und Brauervor ihr entfalteten, so daß sie ausrief: Ich glaubte allein Kö-nigin zu sein, und nun sehe ich deren sechs Hunderte vor mir!Philipp seinerseits, entschlossen den Stolz und die Börsendieser Bürger klein zu machen, sandte ihnen den mit der Verwal-tung dcS Landes betrauten PierreFlotteundJaqueSdeChü«tillon, Graf von St. Pol, die rechten Leute, um ihnen auf dieabgefeimtesten Manieren Geld abzupressen. Umsonst führten dieFlamänder Klage; daS Parlament nahm keine Notiz davon unddie französischen Herren, von denen die kleinen und vereinzeltenLandgemeinden im eigenen Lande sich von jeher Alles gefallenließen, mißhandelten sie ärger denn zuvor. ES blieb ihnen somitnichts anders übrig, als sich zu empören. Jeder Bürger ver-pflichtete sich, dem bei ihm einquartierten ReiterSmann Sattelund Saum zu entwenden, und am 21. Mär; 1302 ward durchAnschlagen der eisernen Kessel — den Franzosen kein wenigerverhängnißvoller Klang alS daS Geheul der Glocken von Palermo

— das Signal zum Kampfe gegeben, beginnend mit dem Erschla-gen der im Lande zerstreuten Feinde. ES verbreitete sich daSGerücht, Chätillon ziehe Hera» mit Fässern voll Peitschen undSchlingen zum Aushängen, und die Königin habe ihm und denRittern beim Abschiede empfohlen: Glückliche Jagd! Durchbohrtmit euren Speeren jene Eber, die Bachen hingegen (die flandri-schen Weiber) bringt uns am BratspießDarum zum Aeußerftenentschlossen, zogen die Flaminger unter Johann, Graf vonNamur, dem Sohne des von Philipp eingekerkerten GrafenGuido v. Dampierre, dem französischen Heere entgegen. Die25,000 Bürger und Handwerker stießen in der Ebene von Cour-trai (Kortryk) auf die 50,000 französischen Krieger.

Die Flaminger bereiteten sich durch Empfang der h. Sakra-mente zum EntschcidungSkampfe fürS Vaterland vor, die wenigenRitter unter ihnen saßen ab, um keinen Vortheil vor den übri-gen Kämpen zu habe» und ertheilten, zur Anfeuerung Aller, denVolkSführern den Ritterschlag. Trotz ihrer weit überlegenenMacht erlagen im blutigen Kampfe (11. Juli 1302) die Franzo-sen, deren Reiterei in die Gruben stürzte, welche die Flamingervor ihren Reihen aufgeworfen und leicht überdeckt hatten. ESfiel die Blüthe deS AdelS auS Frankreich und anderen Ländern

— darunter der Statthalter Chätillon, auch Pierre Flotte