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Eigenthümlich den kriegerischen Mönchsorden ist die Vermi-schling des Weltlichen mit dem Geistigen, deren Abscheidung ge-rade den Charakter der katholischen Organisation des Mittelaltersausmacht. Aus diesem Umstände erklärt sich die Thatsache, daßjene Orden eben so leicht bei der Kirche wegen ihrer Sittenwie bei den Staatsgewalten ihres Hochmuths halber Anstoß gaben.Der Templerordcn namentlich hatte seine Mission erfüllt und be-gönnen, statt den Interessen der Kirche, selbstischen Zwecken zndienen; eS war dies verwerflich, aber Philipp IV von Frank-reich hatte kein Recht, den Orden zu strafen. Man kann ebennicht anders, als mit einem gleichzeitigen Chronisten sagen, daßder Reichthum des Ordens die Habgier reizte und daß man nichtan den Honig gelangen konnte, ohne die Bienen zu verbrennen.Daß die Blutthat die Formen der Gesetzlichkeit und Rcchtmäßig-keit annahm, macht sie nur um so verabscheuungswiirdiger*).
Kleidung, Hausrath und Lebensmitteln, welche in allen Ordenshäusernaufgehäuft waren. Zu einer Rechnungsablage über die bis dahin be-zogenen Einkünfte war die Krone eben sd wenig zu bewegen, als zur Ab-zahlung der Schulden, mit welchen sie überdies die Grundstücke desOrdens belastet hatte (vornehmlich durch Verpfändung). Es mußten so-gar die Brüder von St. Johann, als sie endlich (1317) in den Besitzder ihnen zugesprochenen Güter gelangten, 60,000 Gulden (?) für derenbisherige Verwaltung und 260,000 Livres für die auf die Gefangenenverwandten Unkosten an König Philipp den Langen auszählen."Dr. W- Havemann, Ausgang des Tcmplerhcrren-Ordens, Stuttgartund Tübingen 1846. D. B.
') „Der Schauder, welcher Noch uns Spätlinge ob der despotischen Thateneines Philipp IV und seiner burcaukratischen Ungeheuer erfaßt, hatWohl noch stärker auf viele Zeitgenossen gewirket und beigetragen, daßman allmälig die Barbarei der damaligen, von stumpfsinnigen Blutrich-tern eingeführten Strafrechtspflege beseitigte, und daß man zunächst dieInquisition nicht in der Art sich ausbilden oder sie vom Staate miß-brauchen ließ, wie es in Kurzem auf der pprenuäischen Halbinsel leidergeschehen ist. — Man irrt bei Annahme der von Franzosen verbreitetenMeinung, daß gleichsam alle Welt die Templer für schuldig gehalten undalso ihren Untergang nicht bedauert habe; es gab genug einsichtsvolleMänner, die wußten, wie sie daran waren, und nach anderthalbhundertJahren wurde der Versuch gemacht, und zwar von Franzosen mit demBeifall des Papsts Pius II, jenen herrlichen Orden, dessen Verdiensteeben dieser Papst als Geschichtsforscher hochschätzen gelernt, zu erneuern,was aber an der Politik des Pariserhofes scheiterte." Damberger, A.a. O. — Alberich v. Rosste sagt in Motion, gur. bei l'emxlarii: