435
machen zu wollen schienen. — ES heißt/ zum Schlüsse der Ver-handlungen, am 18. April, habe der Kaiser ein Absetzungsdekrctfolgenden wesentlichen Inhalts vorlesen lassen: nachdem Wir vonGott dem Allmächtigen das Schwert empfangen haben, um damitdie Ungerechten zu strafen und die Gerechten zu schirmen, undUnsern Unterthanen Frieden zu verschaffen, so dürfen Wir diealles Maß überschreitenden Verbrechen des Jakob v. CahorS,der sich Papst Johann nennt, nicht länger mit Nachsicht be-handeln. Wir haben daher Unser Vaterland verlassen und sindnach Nom geeilt, der Hauptstadt des römischen Reiches, undhaben Uns daselbst zum Kaiser krönen lassen. Als Solcher müs-sen Wir nun UnS und Unsere Unterthanen von dem Joche einesTyrannen befreien, der sich ungcbürlichcr Weise daS Schwertangemaßt hat- Die Verbrechen desselben sind allbekannt. Jeder-mann weiß, wie er durch Besteuerung der christlichen Geistlich-keit und Verkauf von Kirchenämtern unter dem Verwände derAusrüstung eines KrcuzhcereS sich ungeheure Schätze gesammeltbat, und nun derselben sich zur Unterdrückung der Getreuen desheiligen römischen Reichs in Deutschland sowohl alS in Italienbedient. An eine Bcschützung der Christen in Armenien widerdie ungläubigen Sarazenen hat er nie gedacht, vielmehr hat ermit den Sarazenen selbst einen Bund gemacht, und sie durchGeld bewogen, in die Länder der Christen einzufallen. Zeugensind die von Christenblut triefende Mark Brandenburg und diemit Christenblut getränkte Stadt Genua. Ersteres Land habendie von Johann aufgereizten heidnischen Litthauer auf eine inden Jahrbüchern der Geschichte unerhörte Weise verheert, undin letzterer Stadt haben französische, nach Armenien wider dieSarazenen bestimmte Reiter einen großen Theil der Bürger, sieGhtbellinen schmähend, mit Weibern und Kindern ermordet.Solche Thaten gehen nicht von einem Statthalter aus, sondernwohl eher von dem apokalyptischen Lügenprophcten, der auf feu-rigem Rosse die Welt durchreitet, und unter dessen Tritt dieQuelle der Frömmigkeit, der Liebe, des Friedens versiegt, woraufdoch die Religion als auf ihrem Fundamente beruht. Wettersunterfängt sich dieser Lügcnprophet zu behaupten, Christus habeihm mit der höchsten geistlichen auch die oberste weltliche, diekaiserliche Gewalt eingeräumt, als wenn er nicht wüßte, daßNiemand weiter als Christus entfernt war, ein König dieser Weltsein zu wollen, und daß er die Flucht ergriff, alS ihn das Volk
28*