Band 
Achter Band.
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noch die schwere Reiterei etwas ausrichtete. Ludwig war undblieb bis auf Max der letzte Kaiser/ unter dem daö sogenannteReich noch etwas bedeutete/ und wie seinen im Ganzen vonWohlstand und Wohlleben strotzenden Tagen die unbeschreiblichjammervollen der langen Hungersnoth und der Europa entvöl-kernden schauerlichen Seuche/ welche der schwarze Tod heißt/folgte/ so zehrte zunehmendes Siechthum unter den nun folgen-den Trägern deS kaiserlichen Namens den letzten Rest deutscherKraft auf und die erste Nation der Welt wurde ein Kinderspott.— Ludwig war einer bessern Zeit werth/ als die er durchlebteund durchkämpfte/ er hat die noch einigermaßen ehrenvolle derDeutschen auf lange geschlossen ... Sein Bild ist nicht rein vonFlecken/ wohl wahr: doch nur. der, welcher im ärgsten Getümmelder Welt ein langes Leben lang stand und stritt, ohne von ihremStaub und Schmutz besudelt zu werden, hebe den Stein auf, nachihm zu werfen. Kein Kaiser hatte sich durch schwierigere Ver-hältnisse durchzuarbeiten, keiner hat bewundernöwerthere Ausdauer,unermüdlichere Thätigkeit und größere Gewandtheit an den Taggelegt. Ludwig löste seine Aufgabe nicht glänzend, wie dieseEigenschaften eS verdienten, aber wem wäre dies wohl an seinerStelle gelungen! Ueber sein Andenken breitet die Wchmuthihren Trauerschleier und fragt nachsinnend: WaS hatte diese mitKraft und Adel rcichbegabte Fürstengestalt, da sie ein halbesJahrhundert durch kämpfend und ringend über die Weltbühneschritt, für eine tiefere Bedeutung? Warum ließ es der Herr,der Alles lenket, geschehen, daß der große Streit zwischen Kaiser-thum und Papstthum, von dem ersten gewaltigen Otto begonnen,auf eine so traurige Weise sein Ende erreichte, indem nicht einunfrommer, lasterhafter, gewaltthätiger Tyrann von dem Kirchen-oberhaupte mit dem Anathem geschlagen und verfolgt wurde,sondern ein Herrscher, welcher wie sein ganzes Volk voll Liebeund Ehrfurcht an der Kirche hing, und der, statt auf ein gewalt-sames Losreißen von ihr zu sinnen, vielmehr jeden Weg aufsuchte,um zur Aussöhnung zu gelangen? Der Aufenthalt der Päpstezu Avignon sollte, das begreift sich, der Christenheit recht klarvor Augen legen, wie daö Wohl der ganzen Kirche eine von denpolitischen Wirren möglichst unberührte oder unabhängige Stel-lung ihres Oberhirten erheische; der Herr ließ darum zu, daßdort sämmtliche, selbst die ihrer Persönlichkeit nach alle Hoch-schätzung verdienenden Päpste aus dem Labyrinth der Politik sich