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nicht/ wem sie in geistlichen Dingen zu gehorsamen habe/ und diebeiden Päpste thaten sich gegenseitig in den Bann. Clemens VII/der in Italien bedrängt sich nach Avignon unter den Schutzoder vielmehr in die Knechtschaft Frankreichs begab/ ereirte eineMenge von Cardinälen, zeigte sich freigebig in der Verleihungvon Anwartschaften auf Pfründen und verfügte über den Kirchen-staat als Königreich von Adria zu Gunsten Ludwigs Ivon Anjou * *)/ alles nur um sich Anhänger und Geld zu verschaf-fen; während Urban VI/ unausgesetzt von Mißtrauen gequält/sich durch eine blutige Strenge/ durch eines Tyrannen würdigeGrausamkeiten zu erhalten suchte/ wobei er auf Würde oder aufAlter der Prälaten und Cardinäle keinerlei Rücksicht nahm/ undin seinem eigenen Interesse/ nicht zum Vortheile der Kirche/ Ex-communicationen auf Excommunicationen / Erlasse auf Erlassehäufte/ eines mehr Aergerniß gebend als das andere.
Räch seinem Tode (1389) wählten die Cardinäle unter sei-ner Obedienz BonifaciuS IX (Pietro Tomacelli)/ einenunwissenden und habsüchtigen Mann/ der Rom sowie die übrigenBesitzungen der Kirche/ die von Parteien zerrissen und von Aben.teurerbanden gebrandschatzt wurden/ nur mit offener Gewalt ein-zunehmen vermochte. Ihrerseits stellten die Cardinäle zu Avignonnach Clemens VII Ableben (1394) den schlauen und ehrgeizigenPeter de Luna als Benedict XIII auf. Der eine wie derandere Papst waren leider nur darauf bedacht/ sich zu behauptenund zu dem Behuf seine Anhänger zu bereichern / während die
so scheint doch, falls ein Schisma eintritt, nicht nothwendig zu glauben,der eine sei kanonischer als .der andere gewählt; es genügt zu wissen,daß nnr einer von beiden kanonisch gewählt sein kann, ohne daß mansich das Recht anmaße, hierüber eine Emscheidung zu fällen.
*) Ueberaus merkwürdig sind die Zugeständnisse, die er diesem Fürstenmachte, in der Hoffnung, durch ihn von seinem Gegner befreit zu werden.Er überließ ihm den ganzen Zehnt in Frankreich und anderwärts, inNeapel, Oesterreich, Portugal, Schottland, die Hälfte der Erträgnisse vonCastilien und Aragonien; ferner schenkte er ihm alle Schulde» und Rück-stände, den ganzen Census von zwei Jahren, die Hinterlassenschaften dermit Tod abgehenden Prälaten, alle Emolumente der apostolischen Kam-mer. Zudem verpflichtete er sich dem Herzoge, für die aufzuwendendenUnkosten als Pfand zu geben Avignon, die Grafschaft Venaissin undandere Gücer der Kirche; außer diesem ließ er ihm Ankona und Bene-vent zu Lehen, und alles dieses ward mit einem Eide auf das Kreuzbekräftigt.