Band 
Achter Band.
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lebenslang eingesperrt. — Im Jahr 1322 that Johann XXttkund, „daß einige Kinder der Verdammniß und Schüler der Bos-heit, sich den verbrecherische» Werken abscheulicher Zauberei er-gebend, Figuren auS Blei und Stein nach dem Bildnisse dcSKönigS verfertigten, um mit ihnen entsetzliche, unerlaubte magischeKünste vorzunehmen." Da die Angeklagten die Aburthcilungdurch die französischen Gerichte abgewiesen hatten, beauftragteder Papst drei Cardinäle, sie zu verhören und dann den weltli-chen Richtern zu übergeben. Noch im nämlichen Jahr äußertderselbe Papst sein Erstaunen über die Ausbreitung der geheimenKünste, „im Innersten bewegt darüber, daß Viele, bloße Namen-christcn, von dem Lichte der Wahrheit sich abwenden, um sicheinzuhüllen in die Nebel des Irrthums, so daß sie sogar Bund-Nisse schließen mit dem Tode und Verträge mit der Hölle, denDämonen opfern, sie anbeten, Bilder, Ringe, Spiegel, Fläsch-chen anfertigen, um in denselben die Teufel zu bannen, an sieFragen stellen und von ihnen Antworten erhalten, ihre Hülfe inAnspruch nehmen zur Befriedigung ihrer verderbten Lüste undzum Lohne für den schändlichen Beistand einer schändlichen Knecht-schaft sich unterziehen. Und wehe! diese Pest verbreitet sich überdie Massen in der Welt und steckt die ganze Hcerde Christi an."Derselbe Papst JohannXXIt schrieb, er habe drei solcher vonseinem Wundarzt und Bartscheerer verfertigte Bilder entdeckt,worauf die Gräfin von Foix dem bedrohten Papst ein Schlan-genhorn, daS für einen überaus wirksamen Talisman galt, schickte,welchen kostbaren Schatz zu besitzen Johann keinen Anstandnahm, all sein Hab und Gut zu verpfänden*).

Unter dem Einflüsse solcher Ueberzeugungen und abergläubi-gen Meinungen mußten wohl die Fälle von Zaubere-i und derengrausame Bestrafung äußerst zahlreich sein. Gerhard, Bischofvon Cahorö, überwiesen, durch derlei Künste den Tod deS Cardi-nalö Jacques dellaVoye, Neffen des Papstes, herbeigeführtund diesem selber nach dem Leben getrachtet zu haben, wurdedem Marschall des Hofeö überliefert, der ihn schinden, von vierPferden zerreißen und verbrennen ließ; überhaupt waren Pro.zesse wegen Hexerei und Zauberei gar häufig am Hofe zu Avignon.Zu PariS ward 1440 der Marschall von Netz prozcssirt und vcr-urtheilt wegen der Ermordung von Kindern — deren wurden 140

*) wexekt. /oliann. sx. SS.