Band 
Achter Band.
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Hellebarden der Schweizer, welche binnen so kurzer Zeit bereitsmehrere Fürsten gründlich „belehrt" hatten, jedoch durch dieTödtung Karls mächtig beitrugen zur Vergrößerung Oesterreichs,ihres Erbfeindes. Daö burgundische Volk konnte sich gar nichtin den Gedanken finden, daß Karl der Kühne todt sei, undnoch zehn Jahre später kam eö vor, daß Handelsleute bei Der-käufen stipulirten, die Bezahlung bei der Rückkehr des HerzogSzu empfangen. Seine Erbin Maria bemühte sich, einen Friedenvon den Schweizern zu erlangen, und sie ließen sich dazu herbei,gegen eine Summe von 150,000 st. Ludwig XI, der die Sie-ger mit dem Schwerte durch Gold zu besiegen verstand, hatteden Plan gefaßt, die Eidgenossen für sein Interesse zu gewinnen;da dies ihm indeß nicht gelang, wollte er doch nicht ein so that-kräftiges Volk sich zum Feinde machen und er erneuerte das be-stehende Bünduiß, indem er jedem der Lande oder Orte auf zehnJahre 20,000 Livr. und eben so viel den ersten Beamten undSchultheißen derselben zahlte.

Aber dieses Siegcöglück, diese ihnen zuströmenden Reichthü-mcr wirkten verderblich auf die Männer, welche weder Oesterreichnoch Burgund zu beugen vermocht hatten: die Schweizer büßtenihr vorhinige Sitteneinfalt ein und fanden Wohlgefallen anTiteln, Ehren und goldenen Ketten. DaS Oesterreich unterworfengewesene (1277—1452) Freiburg sah sich dermaßen mit Schuldenbelastet, daß eS, um davon loszukommen, sich als Pfand dem Her-zog von Savoyen, seinem Hauptgläubiger, hingegeben. Nun fandeö sich durch Vertrag mit diesem Herrn ab und trat (1477) derEidgenossenschaft bei. Bern, Zürich, Luzern, Solothurn undFreiburg schlössen Behufs gegenseitigen Schutzes einen Bürger,bund, der über jedem sonstigen politischen Bunde, die Eidgenos-senschaft allein ausgenommen, sein sollte. Die drei Waldstättenaber, welche durch den Sieg bei Gtornico über die Mailänder(1478) sich in der Lombardei sehr gefürchtet gemacht, blicktenmit Eifersucht und Argwohn auf diesen Bund und schon warvon nichts weniger die Rede, als Luzern zu einem Dorf zu ma-chen; die Landtage oder Tagsatzungen entarteten zu tumultuari-schen Zänkereien; schon wetzte man die Schwerter und Streit-äxte, und nahe warS, daß die Zwietracht zuwege bringen sollte,waS die Gewalt wider die Einigkeit nimmer vermocht hat.