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Geistliche/ ja selbst den Vikar deS Papstes, den Bischof Rai-mondo von Orvieto/ für seine Pläne gewonnen hatte, benutztedie Abwesenheit deö mächtigsten BaronS, und am Bußtage deSPsingstfestes, welches damals auf den 20. Mai 1347 fiel, ließ eralle Bürger unter Trompetenschall einladen, am folgenden Tageohne Waffen auf dem Capitale zu erscheinen. Wahrscheinlichglaubte man, er werde wieder eine seiner gewöhnlichen Prunk-reden halten, und Niemand schöpfte Verdacht. — Er selbst hörtevon Mitternacht an in der Kirche S. Angiolo in Pescheria eineReihe von sogenannten Messen deS heil. Geistes, um fich dengöttlichen Beistand für sein Unternehmen zu erstehen, und baldnach 10 Uhr trat er aus der Kirche, von 25 Verschworenen be-gleitet. Cola war ganz geharnischt und nur der Kopf war ent-blößt. Vor ihm trugen drei der Verschworenen je eine Fahne,die erste hieß die Fahne der Freiheit, goldgestickt auf rothemGrund sah man da die Stadt Rom, in gewöhnlicher Weise aufzwei Löwen sitzend und in den Händen die Weltkugel und diePalme haltend; die zweite Fahne war weiß, der h. Paulus mitdem Schwerte und der Krone der Gerechtigkeit war darauf ab-gebildet; auf der dritten Fahne sah man den h. Petrus mit denSchlüsseln der Eintracht und deö Friedens; eine vierte FahnedeS h. Ritters Georg war zu alt und zerrissen, um an einerStange befestigt zu werden, sie wurde daher in einem Kästchenauf dem Schafte getragen. Cola zur Seite ging der Vikar desPapstes, und 100 Reiter waren für den Nothfall zum Schutzein Bereitschaft. Viele schloffen sich unterwegs dem Zuge an,und so gelangte man auf das Capital, wo schon eine MengeVolkes zusammengekommen war. Hier hielt Cola wieder eineprächtige Rede über das Unglück und die Knechtschaft des römi-schen Volkes, und wie er jetzt entschlossen sei, aus Liebe zumPapste und zum Heile des römischen Volkes seine Person jederGefahr auszusetzen. Das Volk jubelte ihm unendlichen Beifallzu und nun ließ er sogleich durch Conte di Ceceo Manciuodie Gesetze für die neue Verfassung vorlesen. Die vorzüglichstendarunter waren: Jeder Mörder ohne Ausnahme erleidet die To-desstrafe, die Prozesse müssen spätestens in 14 Tagen beendigtsein, und der falsche Ankläger empfängt die Strafe, welche sonstden Angeschuldigten getroffen hätte; kein HauS in Rom wirdmehr niedergerissen, sondern, wenn es verwirkt ist, fällt es derStadt anheim; in jedem Rione werden 100 Mann zu Fuß nnd