Band 
Achter Band.
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So hatte sich der letzte Hebertest staatlichen Lebens in dieNationalparlamente geflüchtet, welche der vizeköniglichcn Gewaltvon kurzer Dauer das Gegengewicht hielten, die Bedürfnisse,die Wünsche deS Landes besser darlegten, als eS die Vizckönige,auch den Willen dazu vorausgesetzt, vermocht hätten, weil ihrkurzer Aufenthalt ihnen kaum die Zeit ließ, cS kennen zu lernenund — auszulaugen. Um das Maß voll zu machen, führte noch(1513) Ferdinand der Katholische die spanische Inguisi.tion ein.

Kirchenstaat.

Auf dem Basier Conzil war die Frage angeregt worden, obes nicht der Kirche zum Heile gereichen würde, wenn sie sich be-freite von den Fesseln der irdischen Herrschaft. Aber einer derRedner äußerte: Es war eine Zeit, wo ich auch der Meinungwar, eö würde sehr nützlich sein, die weltliche Macht von dergeistigen Autorität zu trennen; aber nun hege ich die Ueberzeu.gung, daß Tugend ohne Kraft lächerlich ist, und daß der römischePapst ohne das Patrimonium der Kirche nichts anders als einDiener der Könige und Fürsten sein würde*).

In der That hatte die Knechtschaft von Avignon die Päpsteund Fürsten darüber belehren können, wie überaus wichtig cSwäre, dem heiligen Stuhl ein unabhängiges Bestehen zu sichern,damit er nicht zu einem Werkzeug fürstlicher Pläne und Launenherabsänke. Man ließ sich daher die Kräftigung seiner politischenMacht angelegen sein, während aber die geistige an Ansehen ver.lor. Martin V, aus dem Hause Orsini, welchem eS endlichgelang, dem Schisma ein Ende zu machen, hatte das Patrimo.nium St. Petri im äußersten Verfall vorgefunden, aber mitWürde und Kraft die Zustände wieder geordnet (1425); er ver-mochte Johanna II, ihm das von Wladislaw besetzte Romzurückzugeben, vertrieb Braccio da Montone**) aus Perugia

') Schröckh. Bd. XXXII, S. 90.

**) „Im Jahr 1424 ward Braccio da Montone getödtet. Bei diesemAnlaß war große Festlichkeit und Freude in Rom und es gab Frenden-feuer und Tänze. Jeder Römer begleitete zu Pferde mit einer Fackel inder Hand den Jordans Colonna, Bruder des Papstes Martin,weil der Feind des Papstes todt war; und da nun seine Feinde unter-gegangen waren, stand dem Papste Martin Niemand mehr im Wege;er erhielt in seiner Zeit Frieden und lleberffuß, und das Getreide fielauf 40 Sol. der Rubbio." Jnfessura.