Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

769

haben solche Zier, nur daß sie sich der dunkeln Farben, derschwarzen Kaputzen oder weißen Schleier bedienen, weder Goldnoch Perlen tragen. Die jungen Männer tragen mit Pelzwerkbesetzte, bis auf den Boden reichende Ueberwürfe aus Seide oderSammt, im Werthe von 20 bis 30 fl., zuweilen sieht man sieauch anliegend und so kurz, Laß sie kaum die Hüften bedecken.Dazu haben sie weiße Schuhe mit 3 Zoll langen Spitzen, silberneund vergoldete Halsketten mit Perlen und Korallen, glatte Ge-sichter und kurz geschnittene Haare. Die Reichen halten bis zu5 Reitpferden und Lakaien, die 12 fl. Lohn im Jahre nebst derKost erhallen. Sie verprassen ihr Geld in HochzeitSschmäusen,die sich durch den Uebcrfluß an guten weißen und rothen Weinenund an Zuckerwerk auszeichnen. Der erste Gang besteht aus 2Kapaunen oder einem Kapaun und Rindfleisch, mit Mandeln,Zucker und andern guten Gewürzen, dann kommen die gebratenenFleischspeisen, nämlich: Hühner, Fasanen, Rebhühner, Hasen,darauf Torten, Rahmkäse mit Zucker, endlich Früchte (kiiiKos?).Nachdem man sich in einer erzenen Schüssel die Hände gewaschen,beginnt man auf's Neue zu trinken, wobei daS Auftragen vonZuckerwerk eine Unterbrechung macht. Im Winter hat man zumNachtmahl Galantincn von.Wildprett, sodann Hühner, Kalbfleisch,Enten, je nach der Zeit, und Früchte. Jeden zweiten Tag werdenPasteten mit Käse und Safran, Rosinen und Spczereien, sodannKalbfleisch mit Grünzeug aufgetragen. In den Fasten gibt manzu trinken, sodann Zuckerwerk mit Feigen und Mandeln, daraufgroße Fische und ReiSsuppe mit Mandelmilch, Zucker und Ge-würz, Aal, Sauzen, Hecht mit Essig oder Senf, Nüsse und andereFrüchte. Sie haben schöne Häuser mit Zimmern, Gallerten,Höfen, Brunnen, Gärten, Terrassen; auch hat man nun vieleNauchfänge, während früher, in deren Ermangelung, das Feuermitten im Hause angemacht wurde. Auch des Weines könntensie jetzt nicht entbehren."

Feste.

Staatsmänner und Fürsten überboten sich in Prunk bei feier-lichen Gelegenheiten, wie Festen, Bewirthungen von gekröntenHäuptern, Siegesfeiern. Da wurden öffentliche Höfe gehaltenund die Ritter kamen herbei, um Lanzen zu brechen und zumLohne der Tapferkeit den Beifall der Helden und die Huld derFrauen zu empfangen; die Bürger wurden an den stets für Jedcr-

Ean tu, Weltgeschichte. VIII. 49