Band 
Achter Band.
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Mitthtruppen in Sold. Später/ gegen die überaus zahlreich ver-sammelten Schaaren deS Herzogs Witold/ ließ der GroßmeisterKonrad von Walle nrod überall einen Aufruf mir dem Ver-sprechen reichen Lohnes und vorzüglicher Auszeichnungen verkün-den (1393). Vor dem Abmärsche sollten die zwölf berühmtestenRitter/ nach dem Kampfe alle, die sich ausgezeichnet haben wür-den/ bewirthet und beschenkt werden*). DaS Gastmahl wurde aufeiner Insel in der Memel gegeben. Man saß unter einem Zelt-himmel von Goldstoff und erhielt dreißig Trachten von Speisenvorgesetzt, bei deren jeder die silbernen Teller und Bestecke ge-wechselt wurden; fünf Stunden lang trank man aus silbernenSchalen / die jedesmal gegen andere neue vertauscht wurden.Und alles verbrauchte Gcräth verblieb den Eingeladenen. DerAufwand soll bis zu einer halben Million Mark betragen haben(22 Millionen Franken). — Das zweite Gastgcbot fand indeßnicht Statt; denn 30/000 Menschen wurden vor Wilna durchKrankheiten gctödtet und der Nest zerstreute sich.

Im Beginn deS 15. Jahrhunderts enthielt Preußen — Liev-land und Esthland ungerechnet — fünfundfünfzig ummauerteStädte/ achtundvierzig Besten/ ncunzchntansend Dörfer und zweitausend Weiler mit einer Gesammtbcvölkerung von zwei MillionenSeelen und die Einkünfte des Ordens erhoben sich zu der über-mäßigen Summe von achttausend Mark Silber/ ungerechnet dieEinnahmen von Bernstein und den gerichtlichen Geldstrafen.Mit solchen Hülfsmitteln konnten die Ritter unter den Rechts-titeln von Pfandnahme oder Kauf andere Besitzungen erwerben/darunter die Reu-Mark/ welche ihnen die Verbindung mit Deuisch-

*1 Von sieben unter den Zwölfen kennen wir die Namen und Verdienste:Kuno v. Richard sdors, ein Oesterreicher, hatte eigenhändig sechzigTürken erschlagen und war zu Fuße nach Jernsalem gepilgert; MarkgrafFriedrich v. Meißen, dessen Familie dem Orden stets beistand;Hildermid, schottischer Gras, dessen Vater sein Leben für die Rettungdes Königs hingegeben; Robert, Graf von Würtemberg, hatte auschristlicher Demuth die kaiserliche Krone ansgeschlagen; der GroßmeisterWalle nrod selbst, der aus Liebe znm Orden aus die Hand einer schö-nen und reichen Gräfin von Habsbnrg verzichtet hatte; Degenhard,westphälischer Bannerherr, der aus Liebe zu der allerseligsten Znugfrauden Mördern seines Vaters verziehen halte; Friedrich V. Buchwald,der niemals eine Bitte abschlug, welche im Namen des heiligen Georgan ihn gerichtet wurde.