Band 
Achter Band.
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(1413). Michael Küchenmeister, der Anstifter der Par-teiung, folgte ihm, konnte aber die Empörer nicht wieder zurRuhe bringen, welche sich untcrdcß ein goldenes Schiff und eingoldenes Vließ zum Abzeichen genommen hatten und alle Zuchtverachteten. Um mit ihnen zu Ende zu kommen, berief er einGencralkapitel des Ordens und die Versammlung der Ständenach Braunöbcrg, wo denn die Sprecher des Volkes, unterstütztvon der Genossenschaft des goldenen Schiffes, Edelleute nndstrenge Katholiken, Freunde der Freiheit, zum ersten Male ihreBeschwerden vorbrachten. Sie erreichten insofern ihren Zweck,daß beschlossen wurde, der Großmeister solle fernerhin ohne eineVolksvertretung von zehn Edelleuten und zehn städtischen NathS.gliedern keine neue Anordnungen treffen, keine Abgaben auflegen.Diese Volksvertretung wurde übrigens , ein Werkzeug deS Ehr.geizes, und man unterließ ihre Berufung, bis der GroßmeisterPaul v. Ruödorf in arger Gcldnoth ihre Wiederherstellungbeschloß, sowohl zum öffentlichen Besten, als auch zur Befried«,gung der ehrgeizigen Bischöfe, dcö AdelS, dessen Güter schlechtbeschützt waren, der Städte, die Theil haben wollten an der Ne.gierung, deS Landvolkes, welches nach Erleichterung verlangte.Sie wurde deshalb aus sechs Großbeamten deS Ordens nebstsechs Prälaten, eben so vielen Abgeordneten je deS AdelS undder Städte gebildet und versammelte sich alljährlich, um sich mitden Angelegenheiten deS Landes zu beschäftigen, über die Privi-legten, die öffentliche Sicherheit, den Gehalt der Münzen zuwachen. Der Großmeister, welcher in ihr den Vorsitz führte,konnte ohne ihre Zustimmung keine Schätzung auflegen. Aufsolche Weise war die monarchische Verfassung zur repräsentativenumgewandelt, und selbst die ausübende Gewalt bedurfte den Bei-stand eines Rathes von vierundzwanzig Männern.

Im Orden selbst mehrten sich die Spaltungen. Dann strebtendie Städte nach größerer Freiheit und forderten eine allgemeineumgestaltende Versammlung. Sie unterstützte der Adel, welcherunter Leitung Johanns von Baysen sich den Anschein gab,alS ob er die Freiheit begünstige, aber nur die Verwandlungseiner Lehen in freies Eigenthum bezweckte. Zu Elbing versam-melt, konnten sich die Stände nicht einigen; die Städte trenntensich von den Edelleuten und schloffen einen Bund zur Verthcidi.gung ihrer gegenseitigen Rechte, indem sie die Befugnis verlang-ten, sich wegen jeder erlittenen Verletzung vor einem jährlichen