Band 
Achter Band.
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zirke von Kulm und Michelau, Warmien, Marienburg und Elbingund behielt als polnisches Lehen: SambieN/ Natungien und Pom-mern oder Ost-Preußen (1466).

Preußen hatte seine Unabhängigkeit demnach verloren. Seinöstlicher Theil wurde noch durch den Großmeister deS Ordensregiert/ in widerwärtiger Unterordnung unter Pole»/ mit demder Frieden keineswegs gesichert war. Allein Preußen war be-stimmt, demnächst ein mächtiges Königreich in Europa zu werden,sich auf den Trümmern der Macht zu erheben, von der es jetztbeherrscht wurde.

Zwciunbzwanzigstes Kapitel.Rußland und Kaptschak.

Gegen Osten dehnten die Russen ihre Herrschaft nur bis zumOka, einem Nebenflüsse der Wolga, aus; südlich rückten sie bisan daS asowsche Meer vor und nahmen den Genucsen Sudae,den Mittelpunkt deS HandclS auf dem schwarzen Meer. Sie über-fielen auch die Bulgaren und störten deren Ackerbau und Fracht-verkehr. Riesenhaften Ursprungs, hatte daS Reich raschen Sturzzu befahren in Veranlassung der Erbfolgcordnung WladimirsdeS Großcn (980—1005). Er theilte das Ganze in viele kleineFürstenthümer, welche, dem Namen nach, der Oberherrlichkeit deSGroßfürsten von Kiew unterworfen, thatsächlich unabhängig waren,und durch ihre gegenseitige Eifersucht die Hecrde aller Verbre-chen deS Ehrgeizes waren. Auch manche Waräger hatten Herr-schaften gebildet, indem sie die alte Nebenbuhlerschaft und denUnabhängigkcirsfinn der slavischen Stämme nährten. So bliebdem Großfürsten von Kiew nur der Schatten der Gewalt. Re-publiken, Fürstenthümer, Herrschaften kämpften mit einander, unddiese bluttriefenden Wirren lehren warnend, bis zu welchem Gradevon Nichtswürdigkeit der Mensch unter dem Einflüsse zügelloserLeidenschaften herabsinkt. Swantopolkll (1095—1113)suchtedaS Uebel einigermaßen zu heilen, indem er eine zeitweiligwiederkehrende Zusammenkunft einführte, wo die Fürsten ihregemeinschaftlichen Angelegenheiten verhandeln, ihre Zwistigkeitcn