Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

913

Ucbersetzung des Thucydides und gab ihm den Titel eines Cano-nicus.und apostolischen Schreibers. Seine Abhandlung über die„Feinheiten der lateinischen Sprache", welche abgedruckt, über-setzt, ausgezogen, commentirt, ja zuletzt sogar in Verse gebrachtwurde, enthält Bemerkungen über die Schreibweise und guteRegeln über Syntax, Insicxion und besonders über Synouimik.In der Praktik aber zeigt er, daß er die Wörter besser kenntals in guter Schreibart zusammenzusetzen versteht, und aus allzuängstlichem Streben nach Sprachreinhcit verwirft er Sätze vontadellosem Gepräge. Er hat noch vier Bücher geschrieben, woriner den Bartolomeo Fazio angreift, welcher ihm auf keinesdie Antwort schuldig blieb. Ich berühre nur den Pier PaoloVcrgerio von Capodistria, den Geschichtschreiber der Carraresenund Lehrer des Lionello d'Este, ebenso den Carlo Marsu-pini von Arezzo, Geheimschreibcr der florentinischen Republik,und den Antonio Panormita von Palermo, den von KaiserSigismund gekrönten Dichter, welcher Coömo Lei Mediciseinen HcrmaphrodituS dcdicirte, eine Sammlung der obscönstenEpigramme, welche von Leu Mönchen verfehmt, von Weltleutcngesucht wurden. Perotti, Bischof von Siponto, erklärte in sei-ner Oormicopin, «iva linAUW lrckmW eommsickuril viele lateini-sche Wörter, da er gerade den Martial bearbeitete.

Cristoforo Lcindiiius. 1424—1504.

Cristoforo Landino, Geheimschreibcr der Signoria vonFlorenz, schrieb Gedichte und philosophische Abhandlungen, über-setzte den Plinius und die Sforziade des Giovanni Simo-netta in die Volkssprache und widmete dem Virgil, Horaz undDante (worin er außer dem buchstäblichen noch mehr einen ver-borgenen und moralischen Sinn sucht) lange Eommciuarc, viel.leicht ein AuSzug aus seinen öffentlichen Vorlesungen über sie.Nach dem Vorgänge Plato'6 und Cicero'ö schrieb er „camaldolc-fische Untersuchungen", Zwiegespräche zwischen berühmten Per-sonen, worin er die Tugend als liebenswürdig darstellte, ohne stehin ihre Theorien und Spitzfindigkeiten zu verlieren, wenn gleicher sich von piatonifircndcn Phantastereien nicht frei hielt.

DcS Dialoges bediente sich außer Valla, um den Epiku-kuräiSmus zu vertheidigen, Barbaro, Platina, Palmieri,Alberti, Pontano, Matteo Bosso und Paolo Cortese,welcher dadurch, daß er Ciccro's Buch Ue clnris orniorilE,

Sank», Weltgeschichte. VIU. 58