Band 
Achter Band.
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Glückliche Inseln.

Nach Spaniens Entdeckung überschritten die Phönizier dieSäulen von Abila und von Calpe, das angebliche noir plus ultrrrder Reisenden, und landeten wahrscheinlich auf den atlantischenInseln, von denen eine verworrene und poetische Erinnerungblieb. Nach Aristoteles Angabe hatten die Carthagenicnserjenseits der Meerenge eine unbewohnte, aber so fruchtbare Inselentdeckt, daß sie zu ihrer Bevölkerung haufenweise sich drängtenund der Senat die Auswanderung bei Todesstrafe verbietenmußte. Es ist gewiß, daß die Griechen im Westen sich lachendeGegenden dachten, mit allen Reizen geschmückt, wo die Menschensich der Wonnen des goldenen Zeitalters erfreuten und die Erdedreimal im Jahre Frucht trug. Koleon von SamoS, durchSturm aus der Meerenge hinausgetriebcn, erzählt Wunderdingevon Tartessus und seinen Einwohnern. Diese Inseln des Oceanserhielten einen großen Ruf und man nannte sie bald Atlantiden,bald HeSperiden, bald die Glücklichen, indem man mit ihnen diemythologischen Ueberlieferungen verband, deren Schauplatz mananfangs nach Italien, dann nach Sicilien und immer weiter,nach Maßgabe der Entdeckung neuer Länder verlegte. Bisweilenwurde dieser Name auch aus die afrikanischen Oasen und auf diefruchtbaren Küstenlande der großen Syrien angewendet, welcheeinen Reichthum von goldenen Aepfeln, das heißt von Orangen,besaßen. So sagt auch Plinius mit Recht, daß die schweifendeFabel diesen Namen auf hundert verschiedene Orte übertrage.Andere Mythologien versetzten gleichfalls ein Land der Seligkeitin den Westen. Das war den Jndiern Isapura oder Suetaduipa, die weiße Insel von Abend*); bei den Persern das Ge-birge ASburi, an dessen Fuße die Sonne untergeht, und auödem die germanischen Völker den Berg Aöburg oder Asgardmachten, welchen zu suchen sie vielleicht nach Europa kamen, und

6) T ie weiße Znsel erhält i» den indischen Mythen die Beinamen grita.die leuchtende; teja. die helle; canta, die glänzende; cirna.dieblendende; schira. die milchweiße; padma, die Blume u. s. w.Wenn man über die Aehnlichkeit dieser Bezeichnungen mit den griechi-schen Namen Kandia, Teos, Skyros. Patmos, Kyrnos, Kreta nach-denkt. so findet man sich zu der Meinung veranlaßt, daß sie die Gränzendes Westens nach dem Archipel nnd in die Umgebung des mittelländi-schen Meeres versetzten.