Band 
Achter Band.
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„Schlafen" deS MondeS. Achtundzwanzig dieser Perioden bilde,ten ein bürgerliches Jahr mit einem Schalttag; diese Schalttagemachten nach dreizehn Jahren eine Einschaltungspcriode aus,durch welche das rituelle Jahr mit dem bürgerlichen in Ueber-einstimmung kam. Daß die Zahl 13 in dieser Zeitrechnung sovorwiegend ist, mag seinen Grund darin haben, daß dieses dieZahl der mexikanischen Hauptgötter war.

Eine der merkwürdigsten Thatsachen ist die Analogie zwischender mexikanischen Zeitrechnung und derjenigen mehrerer VölkerOstasiens, wie namentlich der Japanesen, welche zuerst vonA. v. Humboldt nachgewiesene Analogie nicht alS eine zufäl.lige betrachtet oder aus irgend einem allgemeinen Naturgesetzeabgeleitet werden kann. Humboldt weist zudem nach, daß diemexikanischen Monatsnamen übereinstimmen mit den ostasiatischenBenennungen der ThierkreiSzcichen*), gleichwie Tübct und Me-xiko bemerkenswerthe Aehnlichkeiten darbieten hinsichtlich derxriesterlichen Hierarchie, der Menge der religiösen Communitäten,der großen Strenge der Bußübungen, der Anordnung der riluel-len Umzüge.

Unter den überaus zahlreichen beweglichen und stabilen Festenwaren wenige ohne jene Züge blutiger Grausamkeit, welche auchdie Zeremonien und Gebräuche im Privatleben befleckte. DieLeichen wurden in der Regel verbrannt, die der Vornehmen häufigmit ihren Weibern und Sklaven. Man entdeckt überhaupt indieser Religion Züge eines RingenS zwischen einem alten vor-wiegend milden und gemüthlichen, und einem neuen Kultus vondüsterem blutigem Charakter; ja eS erinnerten die Mexikaner sichsogar der Zeit, wo bei ihnen die ersten Menschen den Götterngeopfert wurden. An gewissen Orten hatte sich der Kultus vonländlichen Göttern erhalten, denen nur Feldfrüchre geopfert wur.den, und die einst, so ward behauptet, den Sieg davon trage»würden über die blutdürstigen Gottheiten.

Wie konnten sich aber jene grausamen Riten einbürgern beieinem vorwiegend sanftmüthigen Volke, dessen übrige Einrich.tungen so nahe mit den chinesischen verwandt sind? Indessenmachte der enge Bund der Priester mit dem Kriegeradel, daßderen blutiger Kulruö sich mir dem Reiche ausdehnte, wählendumgekehrt in Peru die Nachkommen deS Manco-Capac mit

V««s äe« voiäilleres, t. II, p, 3.