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ren, die bei den großen Festen immer wieder erneuert wurdenund deren Anzahl sich auf 130,000 belaufen haben soll. VierThore eröffneten sich nach den vier Weltgegenden, auf Terrassen,deren jegliche vier riesenhafte Statuen enthielt. Ringsum lagendie Wohnungen der Priester mit einem Raume in der Mitte,groß genug, daß an 10,000 Personen hier die rituellen Tänzeaufführen konnten und in dessen Mitte eine vierundfünfzig Meterhohe und siebenundneunzig Meter breite abgestumpfte Pyramidesich erhob; an einer der Seitenflächen stieg eine Treppe empor,die hundertundzwanzig Stufen zwischen jedem Stockwerk zählte.Der Gott Mexitlo, dem die Herzen der Schlachtopfer dargebrachtwurden, war in furchtbar wilder Menschengestalt abgebildet, mitSchlangen und Blitzen in der Hand und bedeckt mit symbolischenZeichnungen. In zwei weiten marmorenen Urnen wurde dasheilige Feuer sorgfältig unterhalten und zahllose Kapellen glänz-ten in aller nur erdenklichen Pracht.
Montezuma besaß höchst ausgedehnte auö mit Kalk gebun-denem Sandstein erbaute Paläste, die aus sehr vielen zusammen,hängenden Wohnungen bestanden; der den Spaniern angewiesenehätte achttausend Personen fassen können. Der Kaiser hatte sichin den »Palast der Trauer" zurückgezogen, im kaum das Tages,licht zulassenden Innern, durchaus schwarz und düsterdräuend.Ebenso wie dieser der Trauer waren andere heiterer Lust gewid.mct und namentlich von zweien derselben werden Wunderdingeberichtet; das eine dieser Lusthäuser war voll von Raub.vögeln, daS andere mit den zahmsten und seltensten Vögelnangefüllt. Unabsehbare Hallen auf Marmorsäulen aus einemStücke ruhend, öffneten sich auf Gärten, wo Bäume und Wasserverschiedenen Arten von Geflügel den ihnen angemessenen Auf.enthalt darboten, während dreihundert Wärter deren Federnsammelten, aus denen kunstreiche Gebilde zusammengesetzt wur-den. Hier wurden auch Medicinalpflanzen angebaut, zum freienGebrauche für die Bedürftigen. Zwei von Montezuma er.baute steinerne Wasserleitungen dienten zur reichen Bewässerungdieser Gärten und zum Bedürfniß der Stadt. Zwei Zeughäuserlieferten und bewahrten die Waffen. Eine Leibwache behütetedie dreißig Höfe deö Palastes; in den innern Sälen versah dieganze Adelschaft des Reiches abwechselnd den Dienst. Außerzweien Gemahlinnen von königlichem Gcblüte hatte der Kaisernoch sehr viele KebSweiber. Audienzen ertheilte er selten und