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Inzwischen war es Pizarro nach mehreren Kämpfen undzahlreicheren Treulosigkeiten gelungen, sich Cuzco'S, der Haupt,ftadt der Jncas' zu bemächtigen. Es lag diese Stadt aus einemBergrücken, hatte lange, alle im rechten Winkel angelegte Slra-ßen, von zweien prachtvoll eingedämmten Flüssen umsäumt, miteinem sehr festen Kastell versehen. Dasselbe bestand aus ungc.Heuren Stcinmassen und war mit einer dreifachen Mauer um-geben, deren Thor mit einem mächtigen Steine von ganz außer,ordentlicher Größe verschlossen wurde. Der sogenannte rundeThurm, der den Ineas, wenn sie dorthin kamen, zum Absteige,quartier diente, war von ganz einziger Pracht, und die Wände, mitgoldenen und silbernen Platten belegt, enthielten Darstellungenvon Thieren und Pstanzen. Die Monarchen hatten einen Theilder von ihnen unterjochten Wilden genöthigt, nach Cuzco über.zusiedeln und in den Vorstädten Wohnungen zu errichten je nachder Lage der Orte, die sie verlassen, die von Osten gekomme-nen gegen Morgen, die aus dem Süden gegen Mittag u. s. f.und in dem Maße als daS Reich sich erweiterte, kamen neueUnterthanen zu den vorigen, alle wohnend in der mit der gcogra.phischen Richtung ihres Geburtslandes übereinstimmenden Lage,alle auch ihre eigenthümlichen Trachten und Bräuche bcibehal.tend, so daß die Stadt ein Auszug des ausgedehnten Reichesgenannt werden konnte.
Die Pracht des Tempels der Sonne übertraf bei weitem alleVorstellung. Die Wände waren mit Goldblech belegt; auf demHauptaltare erblickte man das Bild der Sonne — ein mit Flam.men und Strahlen umgebenes männliches Gesicht vorstellend —auf einer schweren, von einer Wand bis zur andern reichendenGoldplatte. An den Wänden ringsum standen auf goldenenPlatten goldene Throne, auf denen die balsamirten Körper derverstorbenen Könige in chronologischer Ordnung saßen. Von Goldwaren ebenso die vielen Pforten des Tempels. Denselben um-schloß ein Platz, um dessen viereckte Mauer, gleichwie auf desTempels Außenseite, eine einen Meter breite goldene Guirlandelief. Dieser Raum enthielt fünf quadratförmige Pavillons, mitpyramidenförmigen Dächern. Der Erste war dem Monde geweiht,ganz von Silber, sowie auch das weibliche Mondbild, dies wardie Ruhestätte der Königinnen. Der zweite Pavillon, gleichfallsin Silber und den Sternenhimmel an der Decke zeigend, warder Venus, den Pleijaden und anderen Sternen gewidmet, der