1337
begünstigt/ den ganzen Ländercomplex von dem großen Magdale-nenftrom und Darien bis zum Aeauaror hin. Er baute an einerweiten und sichern Bucht die Stadt Carthagena/ welche in derFolge der Provinz den Namen gegeben hat. So groß war dieMenge seines auf den ausgedehnten EroberungSzügen gewönne-nen Goldes / daß der der Krone gebührende Fünfttheil desselben20/000 Zentner reinen Metalls betrug l Tausende von Einwohnernwurden ausgerottet / wie sehr auch die Missionäre und der neueBischof von Carthagen sich um eine menschliche Behandlungderselben bemühten.
Man hatte aber vernommen/ daß nach Westen hin sich einnoch größerer Goldreichthum vorfände. Dieses bewog den Gon-zalezXimeneS deQnesada, eine Expedition zu veranstalten,welche nicht weniger kühn war/ als diejenige nach Mexiko undPeru. 835 Spanier / begleitet von einer großen AnzahlIndianer, an deren Spitze LaS CasaS, Zamburano undzwei andere Missionäre standen, erreichten endlich, nach mühsamerUebersteigung der Cordillercn, dieses gelobte Land (1536). DieMissionäre versprachen im Namen Christi den Einwohnern Frie.den und erfuhren keinen Widerstand, während die Eroberer nichtseifriger verlangten, als den Fürsten Bogota aufzufinden, derihnen als übermäßig reich geschildert worden war. Dieser, deranfangs die Ankömmlinge, welche für Sonnensöhne gehalten wur-den, in einer schönen, gleichfalls Bogota genannten Stadt auffreundliche Weise empfangen, sich aber bald von der unersättlichenHabgier derselben überzeugt hatte, vertauschte demnach die Gast-freundschaft mit Feindseligkeiten, die jedoch von jenen zuerst her-vorgerufen wurden. Aber, wie immer, mußte auch er erliegen;der UeberrcdungSgabe Las Casas' gelang eö, viele dem Gehör-sam zuzuführen und Quesada drang in Bogota ein (1537).Die gefundenen Schätze übertrafen die habsüchtigsten Erwartungen.Aber auch in anderen Beziehungen war diese Stadt merkwürdig.Sie besaß bürgerliche Einrichtungen und einen Kultus, der sichan fabelhafte Traditionen knüpfte. Der König hatte eine regel-mäßige Hofhaltung und ein Serail von 300 Frauen.
MuySkas nannten sich die Eingcbornen, Leren Ueberlieferungberichtete, daß eine Frau, wegen ihrer Weisheit Comizagal,d. h. fliegende Tigerin, genannt, „weiß wie eine Spanierin" undsehr erfahren in der Zauberkunst, in die Provinz Cerguin ge-kommen und ihren Wohnsitz zu Cesalcoguin genommen habe, wo