1388
Schon frühe hatte man Edelsteine von großem Werthe gefunden/namentlich Chrysoberyllen von bedeutender Schönheit. DaS Vor-handensein der Diamanten hatte man aber nicht bemerkt/ weilsie vermischt mit einem eisenhaltigen Erdreich auf den Berghohen,von denen herab sie die Wasser in den Strom der Flüsse undBäche schwemmten, von einem Mörtel umgeben dorthin gelangen,in dem auch Gold gefunden wird. Zufällig wurden mehrere Gold.sucher aufmerksam auf diese glänzenden Kiesel und brachten solchedem Gouverneur, der, wie man sagt, sich ihrer anfangs als Mar-ken beim Kartenspiele bediente, bis von einem holländischenJuwelier des Richtigen belehrt, das Gouveryement Las Monopolderselben sich zueignete und an eine Gesellschaft verpachtete. Inden ersten zwanzig Jabren soll diese an tausend Unzen Diaman-ten nach Europa geschickt haben; später im Jahr 1772 ließ siedie Regierung auf eigne Kosten ausgraben, doch so unbesonnenerWeise, daß sie sich in Schulden stürzte. Jetzt, sagt man, gewinneman an zwanzigtausend Karat Diamanten jährlich; aber die Ad-ministracionSkosten waren so bedeutend, daß man diesen Indu-striezweig Privatpächtern überließ. Drei Verurtheilte, die manim Flußbette des Abaete suchen ließ, fanden den schwersten Dia-mant, den man kennt; er wiegt eine Unze. Ein Neger, dereinen Diamant von 17'/, Karat findet, wird bekränzt und erhältdie Freiheil, auch für solche von geringerem Gewichte erhält ereine Belohnung, die bis zu einer Prise Tabak heruntersteigt.
Außerordentlich ist die Lift, mit welcher die Neger gar man-chen von diesen kostbaren Steinen der besorgten Wachsamkeitihrer Herren zu entziehen wissen; solche verkaufen sie einer bc-sonderen Art von Schmugglern (^uriwpeiros), deren Abenteuerweit romanhafter noch sind, alS die gewöhnlichen dieser Ver-bessere schlechter Finanzmaßregeln.