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Dreißigjährig» Krieg.
Nach dieser That, welche den großen Krieg entzündete, derDeutschland an den Rand des Untergangs brachte, wurden zweiManifeste, welche die Stände an das Volk und an den Kaisererließen und worin sie versicherten, blos für Aufrechthaltung des
erschien denen, welche ihre Gesinnungen theilten, als ein Werk der himm-lischen Helfer, denen die Fallenden sich in ihrem Gebete empfohlen hat-ten, den Utraquisten als Wirkung zauberischer Mittel, mit denen sie ver-sehen gewesen. Von den Neuern wird die Thatsache mit der Gleichgül-tigkeit betrachtet, mit welcher die Menschen anch das Bedeutsamste, sobaldes ihren Meinungen nicht zusagt, zu behandeln gewohnt sind, und einvorgeblicher Misthaufen, auf welchen die kaiserlichen Statthalter zu lie-gen gekommen, gilt der Weisheit des Wel-sinnes für einen würdigernErklärungsgrund wundervoller Rettung, als die Hand dessen, welchergeboten hat, in keiner Gefahr an seiner Hülfe zu verzagen." K. A. Menzel,N. Geschichte der Deutschen. VI. — „Glücklicherweise konnten die Be-waffneten der böhmischen Herren, welche den Wall hinunterliefen, umdie Opfer der Wuth vollends niederzustrecken, nicht zukommen. Nurlangsam sich hinzuwälzend, vermochte Martini; zuletzt Slawata sich zunätiern, ihm das Blut abzuwischen und durch Balsam ihn wieder zurBesinnung zu bringen. Der Aufforderung, ihm zu folgen, konnte der-selbe seiner Wunden wegen nicht nachkommen. So suchte jener, als esetwas sicherer geworden, allein sich zu entfernen. Von seinem Dienergeführt, traf er seine» ehemaligen Beichtvater, den Domherrn JohannCtziborn Kotwa, der in der Absicht, geistlichen Trost, vielleicht auchleibliche Hülfe gewähren zu können, dem Grafen sich genähert hatte.Dieser wies ihn auf eine Leiter, welche Frau Polyrena von Lobkowiz,des Obersten Kanzlers Gemahlin, an ihr nahes Haus hatte' anlegenlasse», damit im glücklichen Falle die dem Tode Geweihten über dieselbein dieses Haus sich retten konnten. Wieder sollten Schüsse die Rettungverhindern; sie brannten aber nicht los. So konnte Martini; glücklichseine Zufluchtsstätte erreichen. Slawata's Dienern gelang es, ihren Herrnauf einem Umwege, aber unter steten Flintenschüssen, ebenfalls dahin zutragen. — Als die Unthaten auf dem Schloß vollführt waren, nahtesich die Mittagsstunde. Die Katholiken, die unter dem Haufen sich be-funden, flohen davon. Thurn, Fels und Lobkowiz. . . kehrten zu denim Schlosse »och Weilenden zurück und baten sie mit aufgehobenen Hän-den, nichts wider die Geistlichen vorzunehmen. Darauf ritten sie nachder Kleinseite, in die Altstadt und in die Neustadt, um das Volk zurRuhe zu vermahnen; was geschehen sei, würden sie schon zu verant-worten wissen. Zuletzt kamen sie noch des Kanzlers Haus zurück undverlangten die Auslieferung der Geretteten. Aber mit ernstem und ein-dringlichem Wort verweigerte die starkmüthige Frau ihr Begehren. Eud-