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Oberösterreich eine in 18 Punkten zusammengestellte Beschwerde,schrift über Bruch der Kapitulations-Resolution. Die von Böhmenher drohende Gefahr und die kaiserliche Antwort, das Zugestan,dene sei durch deS Landesherr» Brief und Siegel bestätigt, be.dürfe daher einer besondern Kundmachung nicht, gegründeten Be.schwerden solle Abhülfe werden, machten keinen Eindruck, viel.mehr erklärten sie, statt Hülfe zu bieten, den böhmischen Kriegfür einen Offensivkrieg, der ohne der Stände Einwilligung nichthätte begonnen werden sollen und der, wenn man ihren Rathverlangt und befolgt hätte, zu vermeiden gewesen wäre. Diekatholischen Stände stellten nun aber ihre Beschwerden und Re-ligionsbcdrängnisse gleichfalls auf und zwar in 96 Punkten*).
') Die Auffindung und Veröffentlichung di.ses bisher ganz unbekannt ge-bliebenen Dokumentes ist eines der wichtigsten Ergebnisse der Forschun-gen Hurters (a. a. O. Bd. VII). „Wir lesen oftmals, bemerkt hiezuder genannte Forscher, von dem Glaubcnsmuth und der UeberzeugungS-freudigkcit, mit welcher ein Theil des österreichischen Adels um ein an-deres Panier, als um dasjenige der katholischen Kirche, sich geschaarthabe, und wie aus allem Thun desselben das fleckenlose Gepräge vonjenen hervorgeglänzt habe. Hier tritt ein anderer Theil dieses Adelsvor den Landcsherrn, ihm erklärend: weder von demjenigen Panier,um welches schon in grauer Vorzeit ihre Vorfahren sich geeint, nochvon seiner Person wollten sie weichen. Hätten etwa diesen, die so ge-sprochen , jene hohen Eigenschaften, die zu Wurzeln alles Thuns derAndern erklärt werden, gemangelt? Oder träfe den Fürsten mit Rechtein Borwurf, daß er in dem Zwiespalt der Meinungen und der Bestre-bungen (in welche Beziehung aber zu seiner Person und seinen Rechtendieselben so hier als dort traten, hatte ein halbes Jahrhundert mit über-zeugender Macht gelehrt), mehr nach derjenigen Seite sich wendete, aufwelcher er für beide die größere Gewährleistung fand? Man sollte esglauben, wenn man das Urtheil so Mancher vernimmt, die einem Neuenoft nur deswegen beipflichten, weil es zu dem Bisherigen in Widerspruchtritt. — Vermuthlich hat diese Zusammenstellung von Seite der Katho-lischen, nachdem sie den Andern bekannt geworden, Veranlassung zu einemNachtrag gegeben, welcher weitere zehn Beschwernisse, worüber sie ebenso gut Klage zu führen hätten, enthielt. Allein der größere Theil warvon solcher Beschaffenheit, daß die katholischen Landleute wohl das Ge-schehene beklagen, schwerlich hiegegen Abhülfe gewähren konnten, indemdas eine die landesherrlichen Behörden berührt, das andere blos vonder geistlichen Obrigkeit ausgegangen sein konnte. Wer die Richtungjener Zeit sich vergegenwärtigt, kann keinen Zweifel hegen, daß sie nichtminder begründet gewesen seien, als die 96, von den Katholischen her-