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Zehnter Band.
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Gleiche Neuerung in den Landkirchen einzuführen, verhindertenThurn und Andere. Der Ebengenannre, der den neuen Königeigentlich geschaffen, hakte erwartet, einen mächtigen Einfluß aus-

das: Bitt für uns! zu boren." — Mit dem folgenden Morgen wur-den aus den Altären die Reliquien herausgebrochen, mit Füßen getreten;der Hofprediger Scultetus hatte zwei Mägde in die Kirche geschickt, umdurch sie viele heilige Gebeine für den Heerd seiner Wohnung zusam-mentragen zu lasse» . .. Zuletzt wurden sämmtliche Altäre niederge-rissen, die Wandgemälde übertüncht. Bis zum Christabend (nach demalten Kalender; 3. Januar des neuen Kalenders^ waren vcn der Kircheblos die nackten Wände »och übrig. . . Als nachher Graf Thurn demKurfürsten bemerkte, jenes Herausschaffen der Bilder sei ein gefährlichesWerk, leicht könnte er in seinem Schloß nicht mehr sicher sein, soll der-selbe erwidert haben: er habe es weder gethan noch befohlen, blos esgeschehen lassen. Aber sein Arzt, der nebst einem Rath das Zerstörungs-werk zu überwachen hatte, äußerte sich: er gehe nicht von bannen, bislaut des Königs Befehl, alle diese Knochen und abgöttischen Sachenweggeräumt wären. Nachher nahm dieser selbst die Zerstörung in Augen-schein. .. Sculretns aber verkündete mit gewaltigem Eifer von der Kan-zel die herrliche und preiswürdige That, durch welche die Kirche vonden Götzenbildern und dem Aberglauben, den sein Herr als Christ nichtlänger habe dulden dürfen, sei gereinigt worden. Auch darin wiederbewährte sich Friedrichs Art, daß er den König von Frankreich versi-cherte, eine Veränderung sei seines Wissens einzig mit der Hofkirche vor-genommen worden. — Die Katholiken schwiegen und seufzten. DieLutheraner dagegen ließen ihrem Unwillen gegen den neuen König vollenLauf in den bittersten Vorwürfen. Abschätzigen Reden fügten sie bei:Niemand mehr habe Liebe zu ihm. Unverhehlt äußerten sie sich: kämedoch Ferdinand wieder, dafern er ihnen nur ihre Religion ließe! DiePrädikanten erbitterten das Landvolk dergestalt, baß Furcht des KönigsDiener befiel. Wie nun noch an den Rath der Altstadt das Verlangenkam, das Bild des Gekreuzigte» von der Brücke herunterzuwerfen, ent-bot derselbe: solches stehe nicht in seiner Besngniß, die Bürgerschafthabe das Bild setzen lassen; wolle der Köuig dasselbe aus eigener Machtwegnehme» lassen, so werde der Rath an der hieraus entstehenden Un-gelegenheit keine Schuld tragen. Nach dieser Antwort wurde zwar derWache auf der Brücke befohlen, das Bild in Obacht zu nehmen, denersten, der es antasten würde, in die Moldau zu werfen, aber dennochder Neustädter Rath um Wegschaffuug desselben angegangen; worausdie kurze Antwort erfolgte: er dürfe in das Recht der Altstadt nichteingreifen." Hurter, a. a. O. — Entsetzliche Vorgänge kamen auch zuOlmütz vor, wo der Domherr Sarkander den Martertod erlitt. Aller-dings geschah auch leider anderseits Empörendes, insbesondere durch dievon, König von Polen nach Oesterreich geschickten, Kosaken genannten,Hülfstruppen. D. B-