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Schlacht am weißen Berge. 16LÜ, 8. November
Daß Maximilian unmittelbar auf Prag losgehe, wolltendie Böhmen lange nicht glauben; die dadurch nothwendigen Rück-züge und angestrengten Rachrmärsche brachen ihren moralischenMuth, und so ließen sie manchen Vortheil außer Acht, als end.lieh — trotz deS Widerspruchs des vorsichtigen Bucquoi, sodaß nur das begeisterte Wort deS auS Italien hcrbeigeeilten spa.Nischen CarmelikergcneralS DominieuS a Saneta Maria of-fenen Bruch der Kaiserlichen und Ligisten verhinderte*) — auf demweißen Berg eine Stunde vor Prag der entscheidende Zusam-menstoß erfolgen mußte. - Es war Sonntag der 8. November(1620), an welchem das Wort dem Heere verkündigt ward:gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist. Die Böhmen, in derMinderzahl, halten den Vortheil der besseren Stellung auf derHöhe des Berges, im Rücken durch Prag gedeckt. Ihr Ober-befehlshaber war Anhalt, während auf ligistischrr Seite Tillydaö Commando führte, Maximilian und Bucquoi im Hin.tertreffen hielten. Die Katholiken rückten den Berg hinan, vonheftigem Geschützfeucr empfangen; eine halbe Stunde schwanktedas Gefecht. „Unter Tilly's Streilhaufen hob der Carmelitersein Kreuz empor, mit warmem Wort die Krieger anfeuernd.Es wird erzählt: der Feldherr habe ihm mit dem Ruf: „Vater,ich sterbe Hungers!" einen Apfel aus der Hand gerissen. Der
") Den seines heikigmäßen Lebens wegen hochverehrten Mann hatte derHerzog eigens aus Rom verlangt. Als er den Zwiespalt der Feldherrenvernommen, trat er herzu. „Verzeiht, edle Herren, hub er an, daß ichunter Euch erscheine. Wie die Feinde aus ihren Hochmuth bauen, sosetzet euer Vertrauen auf Gott; entschließt Euch zu tapferem Angriff."Dabei hob er ein altes Marienbild, welches mit ausgestochenen Augeneben gefunden worden, empor mit den Worten: „Sehet, was sie derheiligen Mutter gethan haben; sie wird Euch beschirmen." Sofort wurdedas Feldgeschrei „Maria" ertheilt, das Bild dem Heer voranzutragenbesohlen; der Ausgang erwarb ihm die Beuennnng „Unsere Liebe Frauvon, Siege". Unverweilt mußte der Zesnile H einri ch Fitzsim on das8»Ive rexinL anstimmen, wobei der Herzog und Bucquoi reSpondir-ten. Schon einige Tage zuvor hatten die Krieger durch Beichte undden empfangenen Leib des Herrn auf den Ernst des Kampfes sich vor-bereitet. Eine weiße Binde war ihr Erkennungszeichen. Maximilianermuthigte noch durch einige anfeuernde Worte die Seiuigen. So wares Mittag geworden. S. Hurter, a. a. O. D- B-