Band 
Zehnter Band.
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geblich hoffend, so daß die Belagerung von Linz aufgegebenwerden mußte. Als auch kaiserliche Truppen von mehreren Sei.ten heranrückten, kam es (7. September) zu einem Stillstände.Der Kampf schien beendet und der Kaiser wollte daS Land demKurfürsten von Bayern wieder einräumen, als die Bauern sichplötzlich abermals erhoben, weil sie im Heranzug eines BayerischenRegimentes unter dem Herzog Adolf v. Holstein, und dendabei verübten Plünderungen einen Bruch des Stillstandes sahen.Sie brachten dem Herzoge und dann dem Obersten Lindlo mit6000 Bayern furchtbare Niederlagen bei, und der Krieg währtefort, indem die Bauern der Versicherung der kaiserlichen Kom.missarien, daß der Einbruch der Bayern ohne ihr Zuthun ge.schchen sei, keinen Klauben beimaßen, bis es dem nun von, Kur.fürsten geschickten Grafen Heinrich Gottfried v. Pappen-heim*) gelang, sich mit den Kaiserlichen zu vereinigen, dieBauern in zwei Haupttreffen (19. und 30. November) zu schlagenund damit den Aufruhr zu bewältigen. Von den Häuptern wur.den, Wiellinger an der Spitze, achtzehn zu Linz hingerichtet,andere zu Gefängniß und Geldstrafen vcrurrheilt. Die übrigenBauern begnadigte der Kaiser unter der Bedingung, daß sie ka.tholisch würden. Dem gegen den Adel gefaßten Verdacht, beider Sache die Hand im Spiele gehabt zu haben, wurde nichtweiter nachgegangen, jedoch die früher gewährte Vergünstigung,daß denjenigen auö dem Adel, deren Vorfahren seit 50 Jahrendie evangelische Religion geübt, für ihre Person die Wahl zwi.

«) Gebore», als Sohn des Reichserbmarschalls Veit o. Pappenheim undTriechling, am 29. Mai 1594. Zn, 6. Jahre starb ihm der Vater undseine Mutter vermählte sich wieder mit Herbersdors, jenen« Statthalterin Obervsterreich. Der junge Pappenheim stndirte in Altorff und Tü-bingen, machte dann große Reisen und sah die Höfe von England undFrankreich. In« 26. Jahre ging er zur katholischen Kirche über, der erfortan mit großem Eifer anhing. Obgleich von Kaiser Matthias zu»,Reichshofrath ernannt, wendete sich der kühne junge Mann doch balddem Waffenhandwerk zu. Zuerst kämpfte er in den Kriegen, welcheder polnische König Sigismund gegen Rußland führte. Dann trat erin bayerische Dienste, wo er sich einen glänzenden Namen als unerschro-ckener Reitergeneral erwarb. Seine persönliche Tapferkeit, sein hoherSinn, seine verwegenen Unternehmungen in den ersten Jahren des drei-ßigjährigen Krieges stellen ihn den kriegerischen Zierden der beste» Rit-terzeit gleich.

D. B.